Beratungsangebote für Ausstiegswillige aus der rechtsextremen Szene

Der rechtsextremen Szene den Rücken zu kehren, ist mit Schwierigkeiten verbunden und stellt für die betroffenen Personen oft einen entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben dar. Die Motivation von Ausstiegswilligen, die Szene zu verlassen, ist dabei sehr unterschiedlich. Die Probleme und Hindernisse beim Ausstieg sind jedoch ähnlich. Denn den Ausstieg zu wagen, bedeutet zumeist, den Kontakt zu vormaligen "Freunden" abzubrechen oder die gewohnte Wohnumgebung zu verlassen. Damit verbunden sind Bedrohungen aus der Szene oder die Suche nach einem neuen Arbeits- und Wohnumfeld.

Die Programme unterstützen mit verlässlichen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern bei der Neuorientierung. Sie helfen bei der Gestaltung eines neuen Alltags, zu der auch praktische Hilfen zur Berufsorientierung und Gespräche im sozialen Umfeld gehören können. In Nordrhein-Westfalen gibt es verschiedene Anlaufstellen, an die sich Personen wenden können, die aus der rechtsextremistischen Szene aussteigen wollen.

Mit dem Aussteigerprogramm NRW „Spurwechsel“ gibt es beim Innenministerium einen staatlichen Beratungs- und Unterstützungsansatz für Ausstiegswillige.

Seit 2013 gibt es zudem das zivilgesellschaftliche Aussteigerprojekt NinA NRW.

Ausstiegsprojekt NinA NRW

Das Projekt NinA NRW unterstützt seit 2009 Jugendliche und Erwachsene beim Ausstiegsprozess aus extrem rechten Strukturen durch ein sozialpädagogisches Beratungsangebot. Ein niedrigschwelliger Zugang wird durch die aufsuchende Beratungsarbeit in ganz NRW ermöglicht. Das Angebot folgt den zur Ausstiegsarbeit entwickelten Qualitätsstandards der Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“. Neben der Unterstützung bei der Distanzierung von Szeneaktivitäten und -kontakten sowie der lebensweltlichen Neuorientierung umfasst der Beratungsprozess vor allem die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung. Es wird ein Raum geschaffen, um Einstellungen hinterfragen und Perspektivwechsel vornehmen zu können.

Bei der Bestimmung der Zielgruppe nimmt NinA NRW die Einstellungs- wie die Handlungsebene gleichermaßen in den Blick. Die Zuständigkeit von NinA NRW ist nicht abhängig vom Begehen einschlägiger Straftaten oder der Mitgliedschaft in einer sicherheitsbehördlich als rechtsextrem eingestuften Gruppierung bzw. Partei. Menschen, die in gering formalisierten und organisierten Strukturen aktiv sind oder extrem rechte Einstellungen online und außerhalb organisierter Gruppen äußern, gehören ebenfalls zur Zielgruppe. Entscheidend ist nicht zuletzt der Beratungsbedarf, der von Beratungsnehmer*innen selbst geäußert wird. Freiwilligkeit spielt eine entscheidende Rolle in der Ausstiegsarbeit. Auch wenn die meisten Aussteiger*innen über einen externen Anstoß oder sogar über eine Auflage in die Beratung kommen, ist die Weiterführung davon abhängig, ob der*die Adressat*in sich für sie entscheidet. Neben der Beratung für Ausstiegwillige bietet NinA NRW Beratung für Angehörige und Fachkräfte an. Sogenannte Clearingverfahren ermöglichen nach rechten Vorfällen die Einschätzung von Bedarfen. Für den fachlichen Austausch und zur Stärkung pädagogischer Handlungskompetenz bietet NinA NRW regelmäßig Projektvorstellungen und Fachkräfte-Workshops zum Thema Ausstiegsarbeit oder auch Fachveranstaltungen zu Themen der Rechtsextremismusprävention an.

Logo: NinA NRW - Neue Wege raus aus der rechten Szene

Kontakt


RE/init e.V., Projekt NinA NRW
Am Steintor 3, 45657 Recklinghausen

Mobil: 0176/93119765
E-Mail: nina.nrw@reinit.de
Homepage: www.nina-nrw.de
Twitter: https://twitter.com/nina_nrw

Erreichbarkeit:
Mo-Fr: 08-17 Uhr, bei Mailbox erfolgt Rückruf am nächsten Werktag.

IHR KONTAKT ZU UNS

Treten Sie mit uns in Kontakt, wenn Sie Fragen zu den Angeboten haben oder Sie uns Ihre Anregungen zu den Inhalten der Webseite mitteilen wollen.

Zum Kontaktformular

Logo Bottom

Landeskoordinierungsstelle gegen

Rechtsextremismus und Rassismus

Völklinger Straße 4, 40219 Düsseldorf

Telefon: 0211/896-4844

E-Mail: info@lks.nrw