Liebe Leser*innen,
die aktuelle Ausgabe verdeutlicht eine Entwicklung, die sich durch viele der vorgestellten Beiträge zieht: Demokratiefeindliche, rassistische und antisemitische Einstellungen zeigen sich nicht mehr nur an den Rändern gesellschaftlicher Debatten. Sie werden in alltäglichen Räumen sichtbar – in Schulen, Hochschulen, Behörden, sozialen Medien oder am Arbeitsplatz. Die Frage ist oft nicht mehr, ob Institutionen betroffen sind, sondern wie sie darauf reagieren.
Besonders deutlich wird dies in den aktuellen Lagebildern zu Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus. Die erneut gestiegenen Fallzahlen verweisen auf konkrete Erfahrungen von Betroffenen, zugleich aber auch auf die Bedeutung von Dokumentation und Sichtbarmachung. Wo Vorfälle erfasst werden, entstehen Grundlagen für Analyse, Unterstützung und politische Handlungsmöglichkeiten. Zugleich erinnern die Berichte daran, dass hinter jeder Statistik ein gesellschaftliches Klima steht, das Ausgrenzung begünstigen oder ihr entgegenwirken kann.