Zwei Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 steht der Oktober im Zeichen des Erinnerns. Der Anschlag war ein Angriff auf Menschenleben, auf jüdisches Leben und auf die Werte einer offenen Gesellschaft. Der Verfassungsschutz sieht auch in Deutschland eine "erhebliche Gefährdungslage" für Jüdinnen und Juden. Dies bestätigt auch die aktuell erschienene Publikation des Bundesverbands RIAS zum politischen Antisemitismus in Deutschland. Umso wichtiger sind die Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus, die jährlich rund um den 7. Oktober, dem Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel, und den 9. November, dem Jahrestag der Novemberpogrome, stattfinden. Sie verbinden Gedenken mit Engagement und schaffen Raum für Aufklärung, Austausch und Solidarität.
Auch in anderen Bereichen zeigen sich die Herausforderungen unserer Zeit: Unter der Rubrik Netzwerk beleuchtet das Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) das Phänomen des Nihilistic Violent Extremism – eine gefährliche Schnittstelle zwischen Online-Gewalt, Sadismus und Rechtsterrorismus. Gleichzeitig macht ein Projekt aus Lünen Mut: Mit „Demokratie-Bierdeckeln“ werden Gespräche über Politik und Zusammenhalt dorthin getragen, wo sie oft fehlen – in den Alltag. Zudem weisen wir gerne nochmals auf die jährliche Landesdemokratiekonferenz hin, die in diesem Jahr am 04. November 2025 in Köln zum Thema "POV – Jugend und Demokratie" stattfindet und die junge Menschen und deren Perspektiven in den Mittelpunkt stellt.
In der Rubrik Medien stellen wir neue Initiativen und Materialien vor: Die digitale Plattform „Muslim aktiv und weltoffen“ bietet jungen Muslim*innen demokratische und religionssensible Orientierung; ein Leitfaden des Umweltbundesamts zeigt, wie Behörden populistischen Angriffen begegnen können und der Abschlussbericht zur UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft zieht eine wichtige Bilanz im Kampf gegen Anti-Schwarzen Rassismus. Der Ausblick bietet wieder zahlreiche Anlässe zur Begegnung und Diskussion – von den Fußball-Kulturtagen NRW über Fachtagungen zu Rechtsextremismus und Hasskriminalität bis hin zu Workshops, Konferenzen und Jubiläen der Demokratieförderung.
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Netzwerk
Neue RIAS-Publikation zeigt Dimensionen des Antisemitismus seit dem 7. Oktober
Zwei Jahre nach den Massakern vom 7. Oktober 2023 ist Antisemitismus in Deutschland weiterhin auf alarmierend hohem Niveau – mit gravierenden Folgen für Jüdinnen und Juden. Die neue Publikation des Bundesverbands RIAS „Politischer Antisemitismus seit dem 7. Oktober“ beleuchtet, wie antisemitische Einstellungen und Narrative als politischer Mobilisierungsfaktor wirken, welche Akteure daran beteiligt sind und wie Jüdinnen und Juden mit dieser gesellschaftlichen Zäsur umgehen.
Im Zentrum steht die erstmalige Auswertung von 2225 Versammlungen zwischen Oktober 2023 und Ende 2024, bei denen antisemitische Inhalte dokumentiert wurden. Die Analyse zeigt: Antisemitische Positionen sind auf deutschen Straßen und in der politischen Öffentlichkeit dauerhaft präsent. Neben israelbezogenem Antisemitismus, der bei 89 Prozent der Versammlungen nachgewiesen wurde, treten zunehmend Mischszenen verschiedener politischer Strömungen auf – von islamistischen Gruppen bis hin zu antiimperialistischen Aktivisten.
Die Publikation widmet sich zudem dem wachsenden Antisemitismus an Hochschulen, den Bedrohungen für jüdische Studierende und Lehrende sowie den steigenden Beratungsbedarfen im Bildungsbereich. Gleichzeitig nimmt die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für das Thema ab – eine Entwicklung, die Expertinnen und Experten mit Sorge betrachten.
Die vollständige Publikation „Politischer Antisemitismus seit dem 7. Oktober“ steht ab sofort online zur Verfügung.
Viele Jugendliche interessieren sich für gesellschaftliche und politische Fragen, zweifeln aber daran, ob ihre Stimmen tatsächlich gehört werden. Gleichzeitig sind sie immer häufiger mit Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus, Desinformation und Hass im Netz konfrontiert. Wie können junge Menschen in solchen Zeiten gestärkt und in ihrem demokratischen Engagement unterstützt werden? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Landesdemokratiekonferenz 2025. In Keynotes, Workshops und Diskussionsrunden werden aktuelle Befunde, Herausforderungen und Ansätze vorgestellt und gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der jungen Generation diskutiert. Dabei geht es um Themen wie Einsamkeit und Ausgrenzung, Präventionsarbeit auf TikTok, Empowerment und Resilienz, politische Selbstwirksamkeit und Demokratieverständnis.
Ziel der Konferenz ist es, die Bedarfe junger Menschen sichtbar zu machen und Impulse für eine jugendgerechte Präventions- und Demokratiearbeit in NRW zu geben. Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung ab dem 08. Oktober 2025 unter: https://ldk25.mohr-live.de/index.php
„Nihilistic Violent Extremism“: Netzwerke zwischen Sadismus und Rechtsterrorismus
Das Center für Monitoring, Analyse und Strategie gGmbH (CeMAS) hat in einem aktuellen Blogbeitrag auf das Phänomen des Nihilistic Violent Extremism (NVE) aufmerksam gemacht. Demnach vernetzen sich vor allem junge Menschen in Online-Communitys, um extreme Gewalt bis hin zu Terroranschlägen vorzubereiten. Besonders gefährlich sei dabei, dass die Grenzen zwischen nihilistischer Gewaltfaszination und rechtsterroristischen Strömungen zunehmend verschwimmen.
Ein aktueller Fall verdeutlicht die Dimension: Im Juni 2025 wurde in Hamburg der 20-jährige Shahriar J., im Netz als „White Tiger“ bekannt, festgenommen. Er soll Kinder und Jugendliche zu Selbstverletzungen und Suizid gedrängt sowie schwere sexuelle Gewalt verübt haben. Die Ermittler werfen ihm mehr als 120 Straftaten vor – darunter Mord in mittelbarer Täterschaft.
NVE bezeichnet ein loses Netzwerk von Online-Communitys, das sich durch eine radikale Ablehnung von Gesellschaft, Moral und menschlichem Leben auszeichnet. Gewalt ist hier kein Mittel zu einem übergeordneten politischen Ziel, sondern Selbstzweck und Eintrittskarte in die Szene. Mitglieder müssen ihre Zugehörigkeit durch dokumentierte Taten nachweisen. Die Gruppen – oft als „Com“ bezeichnet – sind volatil und teilen sich in drei Bereiche: Extortion Com (Grooming, Erpressung, sexualisierte Gewalt), Cyber Com (Hacking, Doxxing, Swatting) und Offline Com (reale Gewalttaten bis hin zu Terroranschlägen).
Obwohl NVE-Communitys vordergründig ideologiefrei wirken, zeigt die Forschung deutliche Überschneidungen mit rechtsextremen und rechtsterroristischen Strömungen. Besonders im Bereich des nihilistischen Akzelerationismus verschwimmen die Grenzen: Gewalt dient hier nicht nur der Anerkennung innerhalb der Szene, sondern wird zunehmend mit rechtsterroristischen Narrativen und Symboliken aufgeladen. Einflüsse neonazistischer Ideologien wie der „Order of Nine Angles“ sind erkennbar, ebenso Bezüge zur rechtsterroristischen „Atomwaffen Division“. CeMAS warnt daher, dass NVE nicht nur als ein neues Phänomen jugendlicher Online-Gewalt verstanden werden darf. Die Netzwerke entwickeln eine Dynamik, die sich mit rechtsextremem Terrorismus verbinden und dessen Bedrohungspotenzial verstärken kann.
Die Gefahr liegt darin, dass die extreme Gewaltbereitschaft der NVE-Mitglieder leicht ideologisch kanalisiert werden kann. Schon heute zirkulieren in den Foren Anleitungen für Anschläge, während antisemitische und rassistische Elemente normalisiert werden. Insbesondere Jugendliche geraten in die Szene – sowohl als Täter:innen wie auch als Opfer. Ermittlungsbehörden und Rechtsextremismus-Forschung sehen sich damit einer Schnittstelle gegenüber, an der nihilistischer Sadismus und ideologische Gewalt verschmelzen können.
Die Idee entstand im Rahmen eines Projekts zum Thema „Demokratieförderung im Heimatort“. Ziel der Bierdeckel ist es, Gespräche über politische Themen anzustoßen – ob kommunal oder überregional. Dort, wo sie ausgelegt werden, etwa in Gaststätten, Restaurants, Hotels oder Begegnungsstätten, treffen sie auf eine breite Zielgruppe. Sie sollen auch Menschen erreichen, die sonst wenig Berührung mit Politik haben, und so den Austausch über Demokratie fördern. Bislang wurden bereits mehr als 6.000 Bierdeckel bei Veranstaltungen, in Institutionen und im gesamten Stadtgebiet verteilt. Neben der Anregung zu Diskussionen können die Deckel auch dazu beitragen, demokratiefeindlichen Parolen und Stammtischsprüchen etwas entgegenzusetzen.
Gefördert wird das Projekt durch die „Partnerschaft für Demokratie Lünen“ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung und Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Neu: Digitale Plattform „Muslim aktiv und weltoffen“
Die digitale Plattform „Muslim aktiv und weltoffen“ ist in dieser Woche gestartet. Sie wurde von Integrationsministerin Josefine Paul und Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Münster, vorgestellt.
Das Projekt richtet sich vor allem an junge Musliminnen und Muslime und soll eine Alternative zu extremistischen und islamfeindlichen Inhalten in sozialen Medien bieten. Geplant sind verschiedene digitale Formate wie Videos, Podcasts und Faktenchecks zu Themen rund um den Islam und muslimisches Leben in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, religiöse Mündigkeit, demokratische Werte und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern und damit der Radikalisierung vorzubeugen.
Die Plattform ist Teil des Maßnahmenpakets „Sicherheit, Migration und Prävention“, das nach dem Terroranschlag in Solingen 2024 beschlossen wurde. Sie wird vom Land Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2025 und voraussichtlich 2026 mit jeweils 200.000 Euro gefördert. Projektträger ist das Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Münster.
Aktuell ist „Muslim aktiv und weltoffen“ bereits auf Instagram (@muslimaktiv) und TikTok (@muslimaktiv) präsent, eine eigene Webseite ist in Planung.
Leitfaden zu Populismus in der Umweltpolitik veröffentlicht
Der Leitfaden „Populismus erkennen – Umweltpolitik stärken. Ein strategischer Leitfaden für Behörden“ des Umweltbundesamts bietet eine fundierte Übersicht darüber, wie populistische Interventionen in der Umweltpolitik wirken können und welche Möglichkeiten es gibt, ihnen zu begegnen. Auf Grundlage wissenschaftlicher Forschung und eines breit angelegten Projektprozesses werden acht Handlungsansätze vorgestellt, die Behörden bei der Stärkung ihrer Resilienz unterstützen sollen.
Die Erarbeitung erfolgte über drei Jahre hinweg gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Bundes- und Landesbehörden, Organisationen aus Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sowie der Demokratiearbeit. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitete den Prozess. Der Leitfaden richtet sich in erster Linie an Behörden, steht jedoch auch der interessierten Zivilgesellschaft sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Neben praxisnahen Empfehlungen enthält er Hintergrundinformationen zum Verständnis populistischer Dynamiken in politischen Auseinandersetzungen.
Abschlussbericht der 1. UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland
Der Beirat zur Umsetzung der 1. UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland stellte am 21. März 2025 in seinem Abschlussbericht die Ergebnisse seiner Arbeit von 2022 bis 2025 vor. Die Publikation umfasst zentrale Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen, die aus Fachgesprächen und -veranstaltungen, Expertisen sowie Beiratssitzungen im kontinuierlichen Austausch mit Schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen Communitys entstanden sind.
Der Bericht beleuchtet die Lebensrealitäten von Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland und macht konkrete Vorschläge zur Bekämpfung von Anti-Schwarzem Rassismus, in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Bildung, Arbeits- sowie Wohnungsmarkt, in den Medien und Repräsentation. Um die Rechte von Menschen afrikanischer Herkunft, ihre Anerkennung und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu fördern, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die „UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft“ (2015 bis 2024) ausgerufen.
Mittlerweile wurde eine zweite UN-Dekade ausgerufen (2025 bis 2034). Der Abschlussbericht des Beirats kann heruntergeladen und/oder bestellt werden.
Vom 7. Oktober bis 9. November 2025 finden bundesweit die Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus statt. Ziel der Aktionswochen ist es, über Erscheinungsformen von Antisemitismus aufzuklären, zivilgesellschaftliche Initiativen zu vernetzen und Kooperationen mit jüdischen Gemeinden sowie bundesweiten Organisationen zu fördern.
Seit mehr als 20 Jahren werden in diesem Rahmen Vorträge, Konzerte, Ausstellungen und weitere Veranstaltungen organisiert. Mit bislang über 2.500 Projekten und der Beteiligung von rund 800 Organisationen stellen die Aktionswochen den größten zivilgesellschaftlichen Zusammenschluss gegen Antisemitismus in Deutschland dar.
Begleitend findet jedes Jahr eine bundesweite Informations- und Sensibilisierungskampagne statt, die unter anderem mit Plakaten, Filmtrailern sowie Broschüren und digitalen Formaten auf antisemitische Strukturen und deren Auswirkungen aufmerksam macht.
Die Aktionswochen sind ein gemeinsames Projekt der Amadeu Antonio Stiftung und des Anne Frank Zentrums. Zivilgesellschaftliche Initiativen sind eingeladen, sich mit eigenen Veranstaltungen einzubringen.
Die Verbindung von Kultur und Fußball machen die sozialpädagogischen Fanprojekte in NRW jedes Jahr im Herbst sichtbar: Bei den landesweiten Fußball-Kulturtagen NRW, organisiert von der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte. Die Fussballkulturtage NRW finden vom 4. bis 20. Oktober 2025 in Form von 31 Veranstaltungen statt.
Das Programm reicht von Lesungen, Filmvorführungen und Ausstellungen über Diskussionen und Workshops bis hin zu Angeboten für Kinder. Dabei richtet sich das Format nicht nur an Fußballfans, sondern an ein breites Publikum. Thematisch wird ein weiter Bogen gespannt: von Diskriminierung und psychischer Gesundheit im Fußball über die Rolle des Sports im Nationalsozialismus bis hin zu kulturellen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Die Fußball-Kulturtage zeigen, wie eng Fußball und Kultur miteinander verbunden sind – und laden dazu ein, gemeinsam neue Perspektiven zu entdecken.
Am Dienstag, 28. Oktober 2025 findet ab 17 Uhr in Oberhausen die 10. Demokratie-Konferenz statt. Nach der Eröffnung durch den Oberbürgermeister der Stadt steht in diesem Jahr das Thema „Demokratie und Digitalisierung – Gefahren und Chancen der Künstlichen Intelligenz (KI)“ im Mittelpunkt. Hierzu wird Gregor Dehmel vom Verein „Politik zum Anfassen e.V.“ eine Einführung geben und mit den Teilnehmenden auftretende Fragen klären.
André Wilger und Tim Tzscheppan vom Demokratiebüro Oberhausen werden von den vergangenen Monaten und den konkreten Aktivitäten des Landesprogramms NRWeltoffen sowie des Bundesprogramms Demokratie leben! berichten. Das Demokratiebüro hat sich zu einem zentralen Vernetzungsort, einer kreativen Projektschmiede sowie zu einer Plattform für Demokratiearbeit vor Ort entwickelt. Der Zugang zur Konferenz ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Rechtsextremismus gezielt Jugendliche und junge Erwachsene anspricht. Unter dem Schlagwort „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ nutzen extremistische Strömungen Formate wie Kampfsport, Social Media, Rap, Gaming und zunehmend auch Künstliche Intelligenz, um Lifestyle, Identität und menschenfeindliche Inhalte miteinander zu verknüpfen. Die Veranstaltung nimmt aktuelle Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus in den Blick.
Adressiert sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Sicherheitsbehörden, Wissenschaft, Rechtsextremismusprävention, Beratung, Bildung, pädagogischer Praxis sowie dem Jugendmedienschutz. Ziel ist eine fundierte Bestandsaufnahme sowie der Austausch über Handlungsmöglichkeiten. Das Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie im beigefügten Flyer und online auf der Website der Veranstaltung.
Der Workshop richtet sich an Multiplikator:innen der (politischen) Bildung, pädagogisch Tätige und weitere Interessierte. Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen in Zeiten von Krisen, gesellschaftlicher Polarisierung und Diskriminierung Wege finden können, in Regulation, Verbindung und Handlungsfähigkeit zurückzukehren. Auf Grundlage von politisierter Somatik sowie Methoden aus Tanz, Körperarbeit und Theaterpädagogik werden individuelle Erfahrungen mit einer kritischen Auseinandersetzung zu Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus verbunden.
Die Referentinnen Conny Afie Alogbleto, Vanessa Thiel und Sophie Gurland eröffnen dabei einen Raum für die Entwicklung von Emotionskompetenz, die Reflexion von Schutzstrategien in herausfordernden Situationen sowie die Erprobung körperbasierter Praktiken, die in Bildungsarbeit, Aktivismus und Community-Kontexten stärken können.
Der Workshop findet im Un-Label Studio (Hosterstraße 1–5, 50825 Köln) statt. Der Raum ist barrierefrei, die Teilnahme kostenlos. Eine Anmeldung ist bis zum 20. Oktober 2025 per E-Mail an unlearning@koelnische-gesellschaft.de erforderlich.
Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. lädt am 6. November 2025 von 14:30 bis 16:30 Uhr zu einem Online-Vortrag mit dem Titel „Antisemitismus bekämpfen – Kunstfreiheit wahren. Ein Widerspruch?“ ein. Referentin ist die Juristin Dr. Nina Keller-Kemmerer, die aus rechtlicher Perspektive beleuchtet, welche Bedeutung die aktuelle Debatte um Antisemitismus und Kunstfreiheit insbesondere für Akteur:innen in öffentlich geförderten Kultureinrichtungen hat. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach den Grenzen der Kunstfreiheit, den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Handlungsmöglichkeiten von Gesetzgeber und Kultureinrichtungen.
Vom Dunkelfeld zum Hellfeld 2.0: Fachtagung zur Erfassung von Hasskriminalität
Claim – Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit lädt am Donnerstag, 06. November 2025, zur Fachtagung „Vom Dunkelfeld zum Hellfeld 2.0 – Gelingensbedingungen für die Erfassung von Hasskriminalität im europäischen Vergleich“ ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage, wie Hasskriminalität systematisch erfasst werden kann und welche besonderen Herausforderungen dabei bestehen – mit einem Schwerpunkt auf antimuslimischer Hasskriminalität.
Die Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität (PMK) für das Jahr 2024 verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf: die polizeilich registrierten Straftaten im Bereich Hasskriminalität sind in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 28 % gestiegen (21.773 Delikte). Darunter finden sich unter anderem islamfeindliche, antisemitische und antiziganistische Straftaten sowie Straftaten aufgrund geschlechtsbezogener Diversität. Insgesamt ist von einem hohen Dunkelfeld auszugehen. Eine verlässliche Erfassung von Hasskriminalität ist jedoch Grundlage für wirksamen Schutz von Betroffenen, Prävention und Intervention.
Diskutiert werden aktuelle Herausforderungen bei der Erfassung von Hasskriminalität, europäische Best-Practice-Ansätze sowie Möglichkeiten einer gelingenden Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden und Zivilgesellschaft. Beiträge kommen unter anderem von Dr. Britta Schellenberg (Ludwig-Maximilians-Universität München), Joanna Perry (Facing Facts), Mikaela Christiansson (ODIHR), Johannes Ploog (Staatsanwaltschaft Berlin) und Ezgi Aydınlık (Deutsches Institut für Menschenrechte/Goethe-Universität Frankfurt).
Die Fachtagung findet von 11 bis 18 Uhr im Spielfeld Digital Hub, Skalitzer Straße 85, 10997 Berlin statt und wird von Shelly Kupferberg moderiert. Teile des Programms sind in englischer Sprache. Das vorläufige Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung bis zum 23. Oktober 2025 sind online abrufbar. Die Veranstaltung wird gefördert vom Bundesministerium des Innern (BMI) im Rahmen der Deutschen Islam Konferenz.
Integrationskonferenz des Landesverbands der Volkshochschulen NRW
Seit 20 Jahren gibt es den Integrationskurs als zentrales Bildungsformat, das Zugewanderte darin unterstützt, in Deutschland Fuß zu fassen. Aus diesem Anlass veranstaltet der Landesverband der Volkshochschulen von NRW am 18. und 19. November 2025 eine Integrationskonferenz in Kooperation mit der Volkshochschule Köln und unterstützt von den kommunalen Spitzenverbänden NRW. Eingeladen sind relevante Akteure aus Gesellschaft und Politik, Verwaltung und Wissenschaft. Die Konferenz möchte Leistungen und Errungenschaften der Integrationspolitik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene herausstellen, gleichzeitig aber auch Veränderungspotenziale und -bedarfe aufzeigen und zur Diskussion stellen.
Der erste Konferenztag wird eröffnet von der für Integration zuständigen Ministerin in NRW, Josefine Paul. Im Mittelpunkt stehen integrationspolitische Themen: Prof. Dr. Andreas Zick (Universität Bielefeld) hält ein Plädoyer für ein verändertes, wissenschaftlich fundiertes Integrationsnarrativ, in dem die Chancen der Zuwanderung im Zentrum stehen, und zeigt auf, wie die Potenziale der Volkshochschulen als kommunale Weiterbildungszentren noch besser genutzt werden können. In einem weiteren Vortrag richtet Prof. Dr. Christine Czinglar (Friedrich-Schiller-Universität Jena) den Fokus auf Sprachförderangebote wie den Integrationskurs und ihre Wirkung. Am zweiten Konferenztag findet die Fachtagung der Volkshochschulen unter Beteiligung weiterer Expert*innen statt.
Veranstaltungsort ist das FORUM Volkshochschule im Museum am Neumarkt in Köln.
Abschlussveranstaltung CleaRNetworking: 10 Jahre Clearing in der schulischen Radikalisierungsprävention
Das Projekt CleaRNetworking lädt zur Abschlussveranstaltung unter dem Titel „10 Jahre Clearing in der schulischen Radikalisierungsprävention: Was bleibt? Was kommt?“ ein. Die Veranstaltung findet am Montag, 24. November 2025, von 10:00 bis 17:30 Uhr im Mercure Hotel Hamm (Neue Bahnhofstraße 3, 59065 Hamm) statt. Das Programm umfasst Vorträge, Workshops und eine Podiumsdiskussion zu Themen wie „Beziehungsarbeit als Schlüssel schulischer Radikalisierungsprävention“, „Rassismuskritische schulische Radikalisierungsprävention“, „Neutrale Schulen? Rechtliche Antworten auf ein instrumentalisiertes Konzept“ sowie „Radikalisierungsprävention zwischen Stigmatisierung und Handlungsbedarfen“. Erwartet wird ein vielfältiges Publikum aus schulischem Personal, Fachpraxis, Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Organisationen.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist bis Freitag, 10. Oktober 2025, über die Website www.clearing-schule.de/anmeldungen möglich.
Das Netzwerk für Demokratie und Courage NRW sucht neue freiwillig engagierte Teamer_innen für diskriminierungskritische politische Bildungsarbeit mit Jugendlichen. Wer sich aktiv für Demokratie einsetzen möchte, an der sich alle beteiligen können und jungen Menschen Mut machen, sich gegen Diskriminierung und soziale Ungleichheit stark zu machen kann Teil des Netzwerks für Demokratie und Courage NRW werden. Das Netzwerk für Demokratie und Courage NRW sucht neue freiwillig engagierte Teamer*innen, die in Schulen und Jugendeinrichtungen bei der Durchführung von Projekttagen gegen Diskriminierung unterstützen. Die erste Teamschulung im neuen Jahr findet vom 23.-28. Februar 2026 statt.
Weitere Infos zum Inhalt und zur Anmeldung gibt es auf derr Website des Landesjugendrings NRW.