Mit dem im Landtag beratenen Gesetzentwurf zur Neuorganisation der Landeszentrale für politische Bildung NRW wird ein wichtiger Schritt vollzogen: Künftig soll die Landeszentrale gemeinsam mit der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus – dem künftigen Demokratiezentrum – direkt beim Landtag angesiedelt werden. Damit sollen politische Bildung und Präventionsarbeit zwei gleichberechtigte Säulen der neuen Struktur werden. Informationen zum Beratungsprozess gibt es im Beitrag.
Auch die weiteren Themen dieser Ausgabe zeigen, wie vielfältig und dynamisch die Präventionsarbeit ist: Das EU-Förderprogramm CERV unterstützt zivilgesellschaftliche Projekte für Gleichstellung, Teilhabe und Rechtsstaatlichkeit. Eine Online-Befragung zu Wissen und Bedarfen im Themenfeld Rechtsextremismus stärkt den Austausch zwischen Praxis und Forschung, und der „Soccer Science Day“ sucht Beiträge zum Thema Antisemitismus im Fußball.
In der Rubrik Medien warnt eine Studie der Landesanstalt für Medien NRW vor gezielter Radikalisierung junger Menschen in sozialen Netzwerken, während das Magazin des Weißen Rings den Anstieg rechter Gewalt und die Arbeit spezialisierter Opferberatungsstellen beleuchtet. Zudem zeigt die Studie „How to Sell Democracy Online (Fast)“, wie demokratische Akteur:innen Jugendliche in sozialen Medien besser erreichen können. Abschließend laden zahlreiche Veranstaltungen – von der Demokratiekonferenz in Gütersloh und Dialogreihen, dem Fachtag der NRWeltoffen Fachstellen im Regierungsbezirk Köln bis zu Workshops, Vorträgen und Lesungen – dazu ein, Wissen zu vertiefen, sich weiterzubilden und auszutauschen.
Auf einen regen Austausch freuen wir uns auch am morgigen Dienstag, 04. November in Köln bei unserer Landesdemokratiekonferenz 2025 zum Thema „POV – Jugend und Demokratie“.
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Gesetzentwurf zur Neuorganisation der Landeszentrale für politische Bildung im Landtag
Aktuell wird im Landtag Nordrhein-Westfalen über den Gesetzentwurf zur Stärkung der Unabhängigkeit und Überparteilichkeit der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen diskutiert. Der Entwurf wurde am 1. Juli 2025 von den Fraktionen der CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP eingebracht (Drucksache 18/14527) und ist online abrufbar.
Am 25. September 2025 befasste sich der Hauptausschuss in seiner 46. öffentlichen Sitzung mit dem Gesetzentwurf. Dabei fand eine Anhörung von Sachverständigen statt, die verschiedene Aspekte der geplanten Neuregelung beleuchteten. Das Protokoll der Anhörung finden Sie hier: https://opal.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMA18-991.pdf
Die Auswertung der Anhörung sowie die abschließende Beratung und Abstimmung fanden in der 48. Sitzung des Hauptausschusses am 30. Oktober 2025 statt. Der Gesetzentwurf wurde im federführenden Hauptausschuss mit den Stimmen der Fraktionen der CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP gegen die Stimmen der Fraktion der AfD unverändert angenommen. Anregungen und Hinweise aus der Anhörung am 25. September 2025 sollen in einem Änderungsantrag von vier Fraktionen für die 2. Lesung im Plenum im Gesetzgebungsverfahren eingebracht werden. Die Beschlussempfehlung und der Bericht des Hauptausschusses sind hier nachzulesen: https://opal.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD18-16229.pdf
Geplant ist, dass die Landeszentrale für politische Bildung künftig gemeinsam mit der Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus – künftig Demokratiezentrum – am Landtag angesiedelt wird. Beide Bereiche, die politische Bildung und die Präventionsarbeit gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus, sollen zwei gleichberechtigte Säulen der neuen Landeszentrale in Nordrhein-Westfalen bilden. Die Umorganisation ist nach aktuellem Stand zum 1. Januar 2026 vorgesehen.
Im Mittelpunkt stehen Fragen dazu, welche Rolle das Thema Rechtsextremismus in der jeweiligen Arbeit oder im Engagement spielt, auf welche Weise eine Auseinandersetzung mit dem Themenfeld erfolgt, welche Entwicklungen wahrgenommen werden und wie die Verbindung zur wissenschaftlichen Rechtsextremismusforschung eingeschätzt wird. Zudem werden Bedarfe in Bezug auf den Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft erhoben.
Die Teilnahme an der Befragung steht allen Personen offen, die in ihrer Tätigkeit – unabhängig von Häufigkeit oder Intensität – Berührungspunkte mit dem Themenfeld Rechtsextremismus haben. Die Beantwortung des Fragebogens dauert etwa 20 bis 25 Minuten. Die Online-Befragung ist bis einschließlich 16. November 2025 freigeschaltet.
Call for Participation: Fachtag „Soccer Science Day – Antisemitismus im Fußball"
Am 23. Februar 2026 findet im Deutschen Fußballmuseum Dortmund der zweite Soccer Science Day statt. Der Fachtag widmet sich dem Thema Antisemitismus im Fußball und findet im Kontext des internationalen Holocaust-Gedenktages statt. Ziel der Veranstaltung ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse, praktische Erfahrungen und zivilgesellschaftliches Engagement zusammenzubringen, um Antisemitismus im Fußball in seinen vielfältigen Erscheinungsformen zu beleuchten und Strategien der Prävention weiterzuentwickeln.
Der Fachtag möchte zu einem interdisziplinären Austausch beitragen und gemeinsam Perspektiven für eine nachhaltige, antisemitismuskritische Praxis im Fußball entwickeln. Eingeladen sind Fachleute, Engagierte und Interessierte aus Wissenschaft, Bildung, Zivilgesellschaft, Fanprojekten, Vereinen und Verbänden. Gesucht werden Beiträge, die empirische, theoretische oder praxisorientierte Zugänge zu Antisemitismus im Fußball aufzeigen. Auch Themen zu Diskriminierungsverschränkungen, Bildungsarbeit, Erinnerungsarbeit oder digitalen Dynamiken sind willkommen.
Abstracts (max. 300 Wörter, PDF-Format) können bis zum 30. November 2025 eingereicht werden unter: Fachtag@lag-fanprojekte-nrw.de
Eine neue Studie der Landesanstalt für Medien NRW zeigt, dass junge Menschen mit Erfahrungen von Rassismus und gesellschaftlicher Ausgrenzung besonders anfällig für islamistische Radikalisierungsversuche in sozialen Netzwerken sind. Die Untersuchung mit dem Titel „Digitale Grauzonen: Radikalisierungspotentiale von islamistischen Videos und Kommentarspalten“ analysierte Videobeiträge auf TikTok und YouTube sowie über 1.400 Kommentare. Zusätzlich wurden 53 Fachkräfte aus der Islamismusprävention befragt.
Laut der Studie sprechen islamistische Content Creator gezielt Jugendliche an, die sich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen. Durch emotionale Darstellungen und geteilte Erfahrungen werde Vertrauen aufgebaut und ein Gefühl der Zugehörigkeit erzeugt. Während die Videos selbst meist keine strafbaren Inhalte enthielten, eskalierten Diskussionen in den Kommentarspalten häufig in rechtlich problematische und radikale Äußerungen. Zudem würden Extremisten versuchen, Nutzende in verschlüsselte Chatgruppen auf WhatsApp oder Telegram zu locken.
Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, betonte die Verantwortung der Plattformen: „Durch den Abbau von Moderationsteams werden Hass und demokratiefeindliche Äußerungen unter solchen Videos – und damit die Radikalisierung junger Menschen – jedenfalls nicht geringer.“ Die Forschenden fordern, Präventionsarbeit stärker auf die Kommunikationsräume in sozialen Netzwerken auszurichten. Neben Eltern und Lehrkräften sollten auch Jugendliche selbst über die Mechanismen digitaler Radikalisierung aufgeklärt werden. Die Landesanstalt für Medien NRW hat das Thema daher in die Ausbildung ihrer Medienscouts aufgenommen und bietet Elternabende zur Sensibilisierung an.
Der vollständige Ergebnisbericht und ein Factsheet zur Studie stehen auf der Website der Landesanstalt für Medien NRW zum Download bereit.
Magazin des Weißen Rings beleuchtet Arbeit spezialisierter Opferberatungsstellen
Die aktuelle Ausgabe des Magazins des Weißen Rings widmet sich unter dem Titel „Der Flächenbrand“ der derzeitigen Situation und den Arbeitsschwerpunkten der spezialisierten Opferberatungsstellen im Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. (VBRG). In den Beiträgen werden Fallbeispiele, Analysen und Statistiken des VBRG und seiner Mitgliedsorganisationen sowie Einschätzungen einer Expertin des Bundeskriminalamtes vorgestellt.
Politisch motivierte Kriminalität ist im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie nie seit Einführung des neuen Meldesystems im Jahr 2001. Als Ursache verweist das Bundeskriminalamt (BKA) auf die „wachsende Polarisierung und Radikalisierung in der Gesellschaft“. Mit 47,8 Prozent nahmen die rechtsmotivierten Straftaten, die bereits in den vergangenen Jahren beunruhigende Rekorde erreicht haben, am stärksten zu. Sie machen rund die Hälfte aller polizeilich registrierten politisch motivierten Taten aus. Darunter sind mehrheitlich Propagandadelikte, doch auch die rechtsmotivierten Gewaltstraftaten stiegen deutlich um 17,2 Prozent auf 1.488.
Noch dramatischer sind die Zahlen, die der Verband der auf rechte Gewalt spezialisierten Opferberatungsstellen (VBRG) erhoben hat. In zwölf von 16 Bundesländern kam es demnach zu 3.453 rechten, rassistischen und antisemitisch motivierten Angriffen mit 4.681 direkt Betroffenen – ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als die Hälfte aller Taten seien rassistisch motiviert. Gleichwohl hätten die Angriffe auf „politische Gegner“ um zwei Drittel und queerfeindliche um 40 Prozent zugenommen.
Im Gegensatz zum BKA erfassen die Opferberatungen auch Fälle von Nötigung und Bedrohung, was die höheren Fallzahlen teilweise erklärt. Der VBRG notierte 1.212 Bedrohungen/Nötigungen sowie 1.143 einfache und 681 gefährliche Körperverletzungen. Sowohl die Zahlen des VBRG als auch die des Bundeskriminalamtes spiegeln jedoch „nur einen Ausschnitt aus einer sehr bedrohlichen und gewaltvollen Realität für sehr viele Menschen in diesem Land“ wider, betont die Geschäftsführerin des Verbandes, Heike Kleffner. „Die Ausweitung der Gefahrenzonen verändert langfristig den Alltag der betroffenen Menschen. Eine häufige Folge ist sozialer Rückzug.“
JungeMenschen in Deutschland informieren sich heute überwiegend über Social-Media-Kanäle wie Instagram und TikTok; das zeigt die Studie "How to Sell Democracy Online (Fast)" des Progressiven Zentrums in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung, gefördert von der Mercator Stiftung.
Ziel ist es, demokratischen Akteur:innen in ihrer ihre Social-Media-Präsenz zu stärken und ihre Medienkompetenz weiterzuentwickeln, damit sie jungen Menschen Informations- und Identifikationsangebote machen können. Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine Lücke zwischen den Inhalten besteht, die Politik an junge Menschen sendet, und dem, was junge Menschen tatsächlich anspricht und zur echten Auseinandersetzung einlädt. Entsprechend enthält die Studie konkrete Handlungsempfehlungen und einen One-Pager „How to sell in a nutshell“.
Das europäische Förderprogramm "Citizens, Equality, Rights and Values" (CERV) (2021-2027) fördert Projekte von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kommunen und anderen Trägern, die sich u.a. gegen Rassismus und für Nicht-Diskriminierung, mehr Gleichstellung, Gewaltprävention, bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung oder auch für die Stärkung und Verteidigung der Rechte und Werte der EU sowie für vielfältige, demokratische Gesellschaften einsetzen. Mit einem Etat von rund 1,5 Mrd. Euro ist es das größte Förderprogramm für die Zivilgesellschaft und für die Themen Rechte und Werte in der EU. Voraussichtlich im November 2025 erscheint das letzte Arbeitsprogramm für die Jahre 2026-27, das Auskunft über alle in diesen beiden Jahren erscheinende Aufrufe gibt.
Die Kontaktstelle CERV Deutschland in Bonn informiert und berät in Deutschland umfassend und kostenlos über das Programm. So unterstützt sie Interessierte in allen Phasen der Antragsstellung auf Deutsch und Englisch. Dabei legt sie ein besonderes Augenmerk auf Träger mit weniger Erfahrung bei einer EU-Antragstellung, kleinere Kommunen und Strukturen von Ehrenamtlichen und freiwillig Engagierten. Auf der Internetseite www.kontaktstelle-cerv.de finden Sie u.a. aktuelle Aufrufe, Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Antragstellung, FAQs und aktuelle Meldungen zum Programm. Zudem führt die Kontaktstelle pro Jahr etwa 50-60 Infoveranstaltungen und Webinare durch und informiert durch einen Newsletter und eine LinkedIn-Präsenz.
Unter dem Titel "Demokratie unter Druck – gemeinsam handeln in Gütersloh" veranstaltet die Partnerschaft für Demokratie Gütersloh am 7. November 2025 erstmals eine Demokratiekonferenz im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! – Partnerschaften für Demokratie“ statt. Die Konferenz findet von 16-19 Uhr in der Aula der Janusz Korczak-Gesamtschule (Schledebrückstr. 170, 33334 Gütersloh) statt.
Nach einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Sebastian Kurtenbach (FH Münster) zu aktuellen Herausforderungen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt in NRW und Deutschland tauschen sich Teilnehmende in Workshops darüber aus welchen Herausforderungen sie begegnen und wie Demokratie und Vielfalt in Gütersloh gestärkt werden können: Wo begegnen uns demokratiefeindliche oder diskriminierende Entwicklungen im Alltag oder Beruf? Was braucht es, um Demokratie und Vielfalt in Gütersloh zu stärken und wie können die nächsten Schritte aussehen? Die Ergebnisse der Workshops fließen in die laufende Situations- und Ressourcenanalyse für die Stadt Gütersloh ein und helfen, konkrete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zu entwickeln.
Alle interessierten Bürger:innen, Engagierte und Fachkräfte sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Anmeldung ist bis zum 04. November 2025 möglich. Die Veranstaltung ist Teil der Partnerschaft für Demokratie Gütersloh, einem Kooperationsprojekt des Falken Kreisverbands Gütersloh und der Stadt Gütersloh.
Das Projekt bpb:engagiert der Bundeszentrale für politische Bildung lädt herzlich zur Auftaktveranstaltung der neuen Dialogreihe „Kommunal im Gespräch“ im Rahmen des Projekts „KommKon – Kommunale Konfliktbewältigung“ ein.
Unter dem Titel „Gemeinsam gestalten trotz Gegensätzen? Gelingende Kooperation in Kommunen in Zeiten von Bedrohungslagen und demokratischer Destabilisierung“ diskutieren die Teilnehmenden am 11. November 2025 von 13 bis 15 Uhr (digital), wie Kommunen trotz wachsender Herausforderungen handlungsfähig bleiben können. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kooperation zwischen Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und Polizei gelingt, wenn der Druck auf das demokratische Miteinander steigt.
Unter der Leitung von Dr. Cathleen Bochmann (Aktion Zivilcourage e. V., Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft) geht es um praxisnahe Ansätze zur Entwicklung kommunaler Schutzkonzepte, um gelingende sektorübergreifende Zusammenarbeit und um den kollegialen Austausch über konkrete Handlungsmöglichkeiten.
Webtalk-Reihe „Lokale Strategien im Umgang mit islamistischer und rassistischer Gewalt"
Mit der neuen Webtalk-Reihe „Getroffene Orte – Lokale Strategien im Umgang mit islamistischer und rassistischer Gewalt“ bieten ufuq.de, das RADIS-Forschungsnetzwerk und die Bundeszentrale für politische Bildung ab November 2025 eine digitale Plattform zum Austausch über kommunale Reaktionen auf Gewalttaten. Die Reihe lädt lokale Akteur:innen, Vertreter:innen aus Verwaltung und Zivilgesellschaft dazu ein, Erfahrungen zu teilen, bewährte Ansätze sichtbar zu machen und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit den Folgen extremistischer und rassistischer Anschläge zu diskutieren.
Islamistische und rassistische Gewalttaten wirken weit über die unmittelbar Betroffenen hinaus: Sie greifen das gesellschaftliche Zusammenleben an, schüren Ängste und verstärken Polarisierungen. Wie Städte und zivilgesellschaftliche Initiativen auf solche Herausforderungen reagieren, steht im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe. Thematisiert werden unter anderem Unterstützung für Betroffene, kommunale Präventionsstrategien, Gedenk- und Erinnerungsarbeit sowie Formen der Solidarität und des Dialogs in betroffenen Städten.
Der Auftakt findet am 11. November 2025 statt. Die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Asal Dardan eröffnet die Reihe mit einem Vortrag zu ihrem Buch Traumaland, in dem sie die Spuren rassistischer Gewalttaten in Deutschland nachzeichnet. Am 2. Dezember 2025 berichtet Robert Erkan, ehemaliger Opferberater der Stadt Hanau, über seine Erfahrungen in den Tagen nach dem Anschlag vom 19. Februar 2020 und über die Herausforderungen kommunaler Krisenbewältigung. Den Abschluss des Jahres bildet am 16. Dezember 2025 ein Gespräch mit Aras Badr vom LAMSA e.V. über die gesellschaftlichen Folgen des Anschlags in Magdeburg und die Erfahrungen von Menschen mit Migrationsgeschichte nach der Tat.
Weitere Termine folgen im ersten Quartal 2026. Geplant sind Gespräche zu Themen wie der Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Stadtverwaltung und Sicherheitsbehörden, dem Umgang mit wiederholten Anschlägen, der Rolle der Medien sowie Bildungs- und Präventionsansätzen gegen Extremismus und Rassismus.
Das Wissensnetzwerk Rechtsextremismusforschung (Wi-REX) setzt seine Online-Vortragsreihe „Wi-REX im Gespräch“ fort. Die Reihe legt den Schwerpunkt auf den Austausch zwischen Referierenden, Moderation und Publikum und beleuchtet Rechtsextremismus aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven. Die Vorträge finden online via Zoom statt und richten sich an alle, die sich für das Thema Rechtsextremismus interessieren. Eine einmalige Registrierung ist erforderlich; der erhaltene Zugangslink gilt für alle Veranstaltungen der Reihe.
Termine und Themen:
13. November 2025, 14:00–15:30 Uhr Prof. Dr. Fabian Virchow (Hochschule Düsseldorf): Verbote von rechtsextremistischen Vereinigungen: Entscheidungsprozesse, Lernprozesse und Wirkungen Moderation: Marco Eden / Gerrit Weitzel (Universität Bielefeld)
20. November 2025, 14:00–15:30 Uhr Nico Mokros (Universität Bielefeld): Die angespannte Mitte: Rechtsextreme und demokratiegefährdende Einstellungen in Deutschland Moderation: Prof. Dr. Beate Küpper (Hochschule Niederrhein)
18. Dezember 2025, 14:00–15:30 Uhr Dr. Lotta Mayer (Universität Heidelberg): Soziale Bedingungen terroristischen Handelns: Das Beispiel des „Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) Moderation: Prof. Dr. Beate Küpper (Hochschule Niederrhein)
19. Januar 2026, 14:00–15:30 Uhr Prof. Dr. em. Norbert Frei (Universität Jena): Zeitgeschichtliche Perspektiven auf die radikale Rechte in der „Bonner Republik“ Moderation: Prof. Dr. Andreas Zick (Universität Bielefeld)
26. Februar 2026, 14:00–15:30 Uhr Michael Kraske (freier Journalist und Autor): Rechtsextremismus als kultureller Code unter Jugendlichen? Moderation: Prof. Dr. Beate Küpper (Hochschule Niederrhein)
März 2026, 14:00–15:30 Uhr (genauer Termin folgt) Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus / N.N.: Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland: Erscheinungsformen und pädagogische Perspektiven Moderation: N.N.
Der Roma Integration Zentrum e.V. lädt im Rahmen des Projekts „Gemeinsam gestalten – Politische Teilhabe und Bekämpfung von Antiziganismus in der Schule“, gefördert durch Engagement global des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zur Fachtagung am 19. November 2025 von 10.30 bis 16.30 Uhr in den Räumlichkeiten am Max-Planck-Ring 66a, 46049 Oberhausen, ein.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen eine Podiumsdiskussion zum Thema „Sinti und Roma im Dialog – Politische Teilhabe als Schlüssel gegen Antiziganismus in Schule und Alltag“, verschiedene Workshops zu politischer Bildung, Partizipation, Antiziganismus in Schulen und Erinnerungskultur sowie die Präsentation der aktuellen Studie zum Antiziganismus in Schulen des MIA-Berlin e.V.
Interessierte werden gebeten, ihre Teilnahme bis spätestens 12. November 2025 zu bestätigen. Das ausführliche Programm finden Sie in der Einladung.
Die gemeinsame Geschichte von Antifeminismus und Antisemitismus reicht lange zurück. Bis heute zeigen sich Verflechtungen beider Ideologien – sowohl innerhalb der (extremen) Rechten als auch in anderen politisch-weltanschaulichen Milieus.
Nach einem einführenden Vortrag diskutieren Jennifer Degner-Mantoan (Spotlight - Antifeminismus erkennen und begegnen), Bianca Loy (Bundesverband RIAS e.V.) und Ina Holev (SABRA/Jüdisch & Intersektional) aus Perspektive von Wissenschaft, Bildungs- und Beratungsarbeit darüber, wo und wie die Verschränkungen von Antifeminismus und Antisemitismus sichtbar werden, wie sich beide Phänomene verstärken und welches gefährliche Potenzial beide – einzeln wie auch in ihrem Zusammenwirken – für eine demokratische Gesellschaft entfalten.
Die Veranstaltung findet am 20. November 2025 um 19 Uhr (18.30 Einlass) im Raum Herzkammer der Zentralbibliothek (Konrad-Adenauer-Platz 1, 40210 Düsseldorf) statt. Die Teilnahme ist ohne vorherige Anmeldung möglich.
Religiöser Extremismus und liberale Demokratie – Kamingespräch mit Seyran Ateş
Seyran Ateş ist Juristin, Autorin und engagierte Frauenrechtlerin. Mit der von ihr gegründeten Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin setzt sie sich für einen progressiven und inklusiven Islam ein. Ihr Engagement für Gleichberechtigung und religiöse Vielfalt hat sie zu einer der profiliertesten Stimmen im gesellschaftlichen Diskurs gemacht – und zugleich zur Zielscheibe zahlreicher Anfeindungen.
Im Kamingespräch spricht Seyran Ateş über die Herausforderungen religiöser Reformarbeit, ihre persönlichen Erfahrungen im Spannungsfeld von Glauben, Freiheit und gesellschaftlichem Wandel sowie die Bedeutung der liberalen Demokratie im Umgang mit religiösem Extremismus.
Online-Reihe: Hate Speech resilient begegnen
Im elearning-Projekt des Violence Prevention Network vermitteln ehrenamtlich Engagierten Kenntnisse darüber, wie sie Hate Speech im digitalen Raum erkennen und begegnen können. Es werden Mechanismen von Rechtsextremist*innen identifiziert, die zur Verbreitung von Falschnachrichten und Verschwörungserzählungen im digitalen Raum beitragen. Zudem vermittelt der Kurs Strategien der Resilienzförderung für den eigenen Schutz sowie für den Schutz anderer.
Workshop „Wie schütze ich meine engagierte Gruppe angesichts von Hate Speech?“ am 27. November 2025 von 17:00 bis 18:30 Uhr Betroffene von Hate Speech und engagierte Personen oder Organisationen erleben häufig nachhaltige Einschränkungen. Zudem kann Hate Speech das Sicherheitsgefühl, die Teilhabe am öffentlichen Diskurs und das Vertrauen der Betroffenen in gesellschaftliche Institutionen beeinträchtigen. Der Workshop bietet einen Überblick über Handlungsansätze für engagierte Personen und Organisationen im Umgang mit abwertenden Aussagen. Es soll erarbeitet werden, wie Organisation präventiv aktiv werden und ihre Resilienz stärken können. Anmeldung über folgenden Link: https://eveeno.com/174529757
Workshop „Aktiv werden gegen Hate Speech im digitalen Raum“ am 08. Dezember 2025 von 17:00 bis 18:30 Uhr Ob in Sozialen Medien, Gaming-Räumen, Kommentarspalten oder Messenger-Gruppen: Hate Speech trifft immer wieder Menschen, die sich für ein solidarisches Miteinander und demokratische Werte engagieren. Insbesondere antidemokratische bis offen rechtsextreme Akteur*innen greifen engagierte Menschen online an. Im Workshop lernen Sie, wie Sie Hate Speech im digitalen Raum besser einordnen und passend darauf reagieren können. Zudem bietet der Workshop Raum für Austausch über Erfahrungen und Ansätze zur Förderung der eigenen Resilienz. Anmeldung über folgenden Link: https://eveeno.com/336803814
Eine ergänzende Broschüre mit praxisnahen Übungen vertieft Strategien zum Umgang mit Hate Speech.
Das DemokratieBüro im Kreis Paderborn veranstaltet am 27. November 2025 um 19 Uhr eine Lesung und Talk mit Alice Hasters zu ihrem Buch "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten".
Wer Rassismus bekämpfen will, muss Veränderung befürworten – und die fängt bei einem selbst an. „Darf ich mal deine Haare anfassen?“ „Wo kommst du her?“ Wer solche Fragen stellt, meint es meist nicht böse. Aber dennoch: Sie sind rassistisch. Warum, das wollen weiße Menschen oft nicht hören. Alice Hasters erklärt es trotzdem. Eindringlich und geduldig beschreibt sie, wie Rassismus ihren Alltag als Schwarze Frau in Deutschland prägt. Dabei wird klar: Rassismus ist nicht nur ein Problem am rechten Rand der Gesellschaft. Und sich mit dem eigenen Rassismus zu konfrontieren, ist im ersten Moment schmerzhaft, aber der einzige Weg, ihn zu überwinden.
Die Veranstaltung finde im Burgsaal des Kreismuseums Wewelsburg statt. Der Eintritt ist frei (Online-Ticket mit Platzreservierung) .
Das DemokratieBüro gehört zum Kreismuseum Wewelsburg und ergänzt die pädagogisch-historische Bildungsarbeit um Aufgabenfelder rund um Vielfaltsgestaltung, Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus sowie Demokratieförderung. Das DemokratieBüro „Vielfalt lieben“ bildet das Dach für das landesgeförderte Programm „NRWeltoffen“ sowie das Schulnetzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SoR-SmC). Gemeinsam setzen sich die Projektkoordinator:innen für ein freundlicheres, toleranteres Zusammenleben im Kreis Paderborn ein.
Pädagogischer Fachtag „MitWissen GegenReden – Was tun gegen Antisemitismus ?!“
Ob auf der Straße, auf dem Schulhof oder in den sozialen Medien – judenfeindliche Haltungen und Handlungen nehmen zu. Besonders Bildungs- und Kultureinrichtungen stehen dabei in der Verantwortung, Haltung zu zeigen. Seit dem 7. Oktober 2023 ist der Druck auf diese Räume gewachsen. Deshalb laden die NRWeltoffen Fachstellen im Regierungsbezirk Köln am 04. Dezember 2025 von 10 - 16 Uhr in die Gedenkstätte Brauweiler zu einem Fachtag ein. Es ist ein Angbot, gemeinsam hinzuschauen, zu lernen und aktiv Position zu beziehen.
Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte und Bildungspartner*innen von Schulen und schulnahen Strukturen, an Fachkräfte der Mobilen und Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie – bei freien Kapazitäten – an alle am Thema Interessierten. Die Begrüßung übernimmt Sylvia Löhrmann, Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur. Die Keynote ,,Antisemitismus in der deutschen Rap-Szene” wir der Musiker und Autor Ben Salomo halten.
Zudem werden in Workshops folgende Themen vertieft: • MiQua…op Jöck! Ein Jüdisches Museum unterwegs (MiQua) • Wie sieht Bildung über den Holocaust aus, wenn es keine Zeitzeug*innen der NS-Verfolgung mehr gibt? (ZWEITZEUGEN) • Zum Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus (nicht nur) im pädagogischen Raum (Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit) • „6 Millionen – Wer bietet mehr?“ – Judenhass an Schulen (Ben Salomo) Ergänzt wird das Angebot durch einen Markt der Möglichkeiten. Bei Interesse ist um 16 Uhr auch eine Gedenkstättenführung möglich.
Anmeldung unter Angabe Ihres Namens, Ihrer Einrichtung und Ihren Workshopwünsche bitte per Mail an: gedenkstaette-brauweiler@lvr.de
Das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration veranstaltet die Podiumsdiskussion "Frei und gleich an Würde und Rechten – Trans*Rechte sind Menschenrechte". Die Ergebnisse der ersten umfassenden Studie zu Lebenslagen und Erfahrungen von LSBTIQ* in NRW „Queer durch NRW“ zeigen: Vor allem trans* Personen sind häufig von Ungleichbehandlung sowie Diskriminierung und Gewalterfahrungen betroffen.
Vor diesem Hintergrund und anlässlich der Woche der Menschenrechte laden das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen und die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zu einer Podiumsdiskussion ins K20 ein. Die Diskussion nimmt die rechtliche, gesellschaftliche und strukturelle Gleichstellung von trans* Personen in den Blick – und verbindet diese Fragen mit künstlerischen Zugängen zur Sichtbarkeit queeren Lebens im Kontext universeller Menschenrechte. Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik, Kunst, Justiz und Community werden Fortschritte und Herausforderungen beleuchtet, Erfahrungen sichtbar gemacht und Perspektiven für eine diskriminierungsfreie Zukunft entworfen.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 04. Dezember 2025, ab 18:15 Uhr im im K20, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf) statt.