die Präventionsarbeit gegen Antisemitismus steht seit dem terroristischen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 vor wachsenden Herausforderungen. Eine Studie von SABRA im Auftrag des Demokratiezentrums NRW nimmt verschiedene Bereiche der Bildungs- und Präventionslandschaft in Nordrhein-Westfalen in den Blick. Die Studie wird in dieser Woche vorgestellt und anschließend auf der Website des Demokratiezentrums veröffentlicht. Sie untersucht, wie Akteur*innen auf die neue Dimension antisemitischer Gewalt reagieren, welche strukturellen Herausforderungen bestehen und welche Bedarfe sich für eine wirksame Präventionsarbeit abzeichnen.
Auch diese Ausgabe des Newsletters greift wieder aktuelle Entwicklungen in der Präventionsarbeit in NRW auf. Wir informieren über aktuelle Fördermöglichkeiten – etwa im europäischen Programm CERV – sowie über wichtige Termine wie die kommende Landesdemokratiekonferenz im November im Landtag NRW. Zudem stellen wir neue Publikationen und Materialien vor, darunter ein von der EU-Kommission initiiertes Handbuch zu Online-Antisemitismus, ein Sammelband zu Antisemitismus in der Sozialen Arbeit und eine Handreichung zur rassismus- und antisemitismuskritischen Bildung für Kinder.
Im Fokus steht außerdem eine neue Studie des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt zu strukturellem Rassismus in deutschen Behörden. Ergänzt wird der Newsletter durch Hinweise auf Fachveranstaltungen, Diskussionen und Qualifizierungsangebote – von Fachtagen zu Antisemitismus an Hochschulen über mehrere Angebote zum Thema Online-Radikalisierung bis hin zu Fortbildungen für Fachkräfte der Präventionsarbeit und einer Podiumsdiskussion zum Stand der Aufklärung im NSU-Komplex.
Herzliche Grüße Das Team des Demokratiezentrums NRW
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Save the Date: Landesdemokratiekonferenz am 6. November 2026
Die Landesdemokratiekonferenz 2026 rückt Ansätze der digitalen Präventionsarbeit in den Fokus. Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ bringt die Konferenz jährlich rund 200 Fachakteure aus der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Präventionslandschaft in NRW zusammen.
Die Landesdemokratiekonferenz findet am Freitag, 6. November 2026 im Landtag Nordrhein-Westfalen (Platz des Landtags 1, 40221 Düsseldorf) statt. Jetzt schon vormerken – eine Einladung mit weiteren Details folgt.
André Kuper vergibt Ehrenamtsmedaille 2026 – Vorschläge bis 30. April
Der Präsident des Landtags, André Kuper, verleiht jährlich die Ehrenamtsmedaille des Landtags Nordrhein-Westfalen. Gewürdigt werden Personen oder Gruppen, die sich in besonderer Weise durch ehrenamtliches Engagement für die Demokratie, die Belange ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger oder für das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Für die Ehrung minderjähriger Personen ist die Verleihung einer Junior-Ehrenamtsmedaille möglich.
Die Ehrenamtsmedaille ist mit je 3.000 Euro dotiert. Auch Bürgerinnen und Bürger können Einzelpersonen oder Gruppen vorschlagen. Bewerbungsfrist ist der 30. April 2026.
Über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheidet eine Jury, in welcher der Präsident des Landtags, die Vizepräsidentin und Vizepräsidenten sowie Sprecherinnen und Sprecher des Netzwerks bürgerschaftliches Engagement NRW vertreten sind. Die Verleihung der Ehrenamtsmedaille findet bei einer Veranstaltung im Landtag am 01. Dezember 2026 statt.
CERV-Förderaufruf „Bürgerengagement und -beteiligung“ ist veröffentlicht Im europäischen Förderprogramm CERV – Citizens, Equality, Rights and Values – wurde der Aufruf „Bürgerengagement und -beteiligung“ veröffentlicht. Zielsetzung des Aufrufs ist es, starke und widerstandsfähige Demokratien zu stärken. Dazu unterstützt er Initiativen, die das Bewusstsein für die aktuelle Situation schärfen und die Reaktionsfähigkeit fördern sowie Initiativen, die demokratische Institutionen, freie und faire Wahlen sowie freie und unabhängige Medien stärken und die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft und das Engagement der Bürger:innen fördern. Projektanträge können bis zum 29. April 2026, 17.00 Uhr eingereicht werden. Weitere Informationen und Unterstützung
Online-Seminar zum EU-Förderprogramm CERV 2026: Neue Förderchancen für Kommunen und Zivilgesellschaft am 16. April 2026, 14.00 – 15.30 Uhr Die EUROPE DIRECT Zentren NRW und die Nationale Kontaktstelle CERV Deutschland laden zu einem kompakten und praxisnahen Online-Seminar ein, das die Förderschwerpunkte der CERV-Antragsrunde 2026 in den Fokus rückt. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Förderaufruf „Städtepartnerschaften / Kommunale Begegnungen“. Zudem gibt die Veranstaltung einen Überblick über den Antragsprozess. Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeitende kommunaler Verwaltungen, internationale Partnerschaftsvereine, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen mit europäischem Bezug. Weitere Information und Anmeldung
Call for proposals: Prävention und Bekämpfung von gewaltbereitem Extremismus und Radikalisierung Die Europäische Kommission hat eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlicht, um Projekte zur Prävention von Radikalisierung sowie zur Bekämpfung von gewaltbereitem Extremismus und Terrorismus in der gesamten EU zu unterstützen. Die Initiative reagiert auf die wachsende Herausforderung der Online-Radikalisierung, insbesondere auf die gezielte Manipulation junger Menschen und schutzbedürftiger Gruppen durch extremistische und terroristische Inhalte auf digitalen Plattformen. Ziel ist es, Organisationen der Zivilgesellschaft strategisch und nachhaltig zu stärken, indem Online-Engagement mit lokaler Offline-Prävention verknüpft und so messbare Wirkung vor Ort erzielt wird. Die Aufforderung wird aus dem Fonds für die innere Sicherheit mit einem Gesamtbudget von 5 Mio. EUR finanziert. Frist: 27. Mai 2026. Weitere Informationen und Zugang zur Ausschreibung
Seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Krieg in Gaza hat sich das Klima auch in etablierten digitalen Kommunikationsräumen spürbar verschärft. Viele Praktikerinnen und Praktiker berichten von wachsenden Spannungen. In ihrem Berufsalltag stehen sie vor der Aufgabe, dynamische Online-Inhalte und vielschichtige Motivlagen einzuordnen, antisemitische Äußerungen verlässlich zu identifizieren und zugleich handlungsfähig zu bleiben.
Vor diesem Hintergrund ist das Handbuch Online Antisemitismus erschienen. Verfasst wurde es von Maik Fielitz und Wyn Brodersen aus dem Team von "Machine against the Rage" im Auftrag des Knowledge Hub on Prevention of Radicalisation der Europäische Kommission. Die Publikation bietet einen kompakten Überblick über das Zusammenspiel von Radikalisierung, Extremismus und Antisemitismus. Besonderes Augenmerk legt sie dabei auf digitale Dynamiken, unterschiedliche Ausprägungen sowie die vielfältigen Erscheinungsformen dieses Zusammenhangs.
Rassismus- und antisemitismuskritische Bildung für Kinder von 9 bis 13 Jahren
Antisemitismus und Rassismus sind allgegenwärtige gesellschaftliche Probleme, die auch an Kindern und Jugendlichen nicht spurlos vorbeigehen. Politische Bildungsarbeit ist hier ein wichtiges Werkzeug, um diesen Phänomenen entgegenzuwirken und gesellschaftliche Werte wie Vielfalt, Toleranz und Gleichberechtigung zu vermitteln. Bisher wird diese Arbeit jedoch erst mit einer Zielgruppe ab etwa 14 Jahren systematisch umgesetzt. Jüngere Kinder bleiben dabei oft noch unberücksichtigt.
Diese Handreichung hat es sich darum zum Ziel gesetzt, Methoden für Kinder zwischen 9 und 13 Jahren zusammenzutragen und Pädagog*innen praxisnahe Ansätze zur Verfügung zu stellen. Die Handreichung richtet sich an Lehrkräfte, Sozialarbeitende und Multiplikator*innen der politischen Bildungsarbeit, die altersgerechte Zugänge zu den Themen Rassismus und Antisemitismus suchen. Durch konkrete methodische Vorschläge bietet diese Handreichung Unterstützung für die Umsetzung diskriminierungskritischer Bildungsarbeit mit Kindern ab 9 Jahren. Ziel ist es, Wissen zu vermitteln, Kinder für die Themen Rassismus, Antisemitismus und jüdisches Leben zu sensibilisieren sowie Handlungskompetenzen zu stärken.
Mit dem Sammelband "Antisemitismus in der Sozialen Arbeit", herausgegeben von Birgit Jagusch und Anne Broden, erscheint 2026 in der Reihe "Diversität in der Sozialen Arbeit" im Verlag Beltz Juventa eine aktuelle und praxisrelevante Auseinandersetzung mit einem bislang wenig beleuchteten Thema.
Antisemitische Überzeugungen und Handlungen sind tief in der postnationalsozialistischen wie auch in der (post-)migrantischen Gesellschaft verwurzelt. Für die Soziale Arbeit stellt insbesondere der sekundäre und israelbezogene Antisemitismus eine erhebliche Herausforderung dar. Gleichwohl liegen bislang nur vereinzelt empirische Studien und fachliche Reflexionen zu Antisemitismus innerhalb der Sozialen Arbeit vor.
Der Band schließt diese Lücke, indem er Beiträge zu unterschiedlichen Handlungsfeldern Sozialer Arbeit versammelt und sowohl theoretische Einordnungen als auch praxisbezogene Perspektiven bietet. Dabei werden Ansatzpunkte für die pädagogische Praxis ebenso beleuchtet wie strukturelle Herausforderungen im professionellen Handeln.
Ende Februar ist das Buch "Keine Macht der Ohnmacht: Wie wir Krisen bewältigen und uns gegen Faschismus wehren | Strategien gegen Resignation und Rechtsruck" von Prof. Dr. Matthias Quent erschienen.
Deutschland im Krisenmodus: hohe Preise, Kriege, Klimawandel, politische Radikalisierung. Millionen reagieren mit Wut oder ziehen sich zurück. Ohnmacht ist ein Massenphänomen – viele haben den Eindruck, nichts tun zu können. Dieses Buch analysiert die Reaktionen in der Gesellschaft: Wer kämpft, wer flieht, wer erstarrt – und warum das über die Zukunft unserer Demokratie entscheidet. Auf Basis neuer Daten und eindringlicher Fallgeschichten erklärt es Mechanismen und zeigt, wie wir wieder aktiv werden und ins Handeln kommen.
Matthias Quent ist Professor für Soziologie und Vorstandsvorsitzender des Instituts für demokratische Kultur an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er ist Gründungsdirektor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena und weiterhin dort affiliierter Wissenschaftler. Quent forscht und lehrt unter anderem zu Rechtsradikalismus, Folgen der Digitalisierung, zu Demokratieförderung und zu gesellschaftspolitischen Fragen der ökologischen Transformation. Er war 2020 Referent bei der ersten Landesdemokratiekonferenz in NRW.
Eine am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) veröffentlichte Studie belegt: Rassismus in deutschen Behörden ist kein Randphänomen, sondern ein strukturelles Risiko. Die bislang umfassendste empirische Untersuchung zu Rassismus in staatlichen Institutionen kommt zu dem Schluss, dass rassistische Diskriminierungen in allen untersuchten Bereichen nachweisbar sind – allerdings in unterschiedlicher Form und Intensität.
Der Forschungsverbund „Institutionen und Rassismus“ (InRa) analysierte zwischen 2021 und 2024 an zehn Standorten behördliche Routinen, Entscheidungsspielräume und Organisationskulturen in Jobcentern, Ausländerbehörden, bei Polizei und Zoll, in Justiz, Gesundheits-, Jugend- und Ordnungsämtern sowie in der Sozialen Arbeit. Beteiligt waren 23 Teilprojekte unter Leitung von Gert Pickel. Rund 13.000 Beschäftigte aus vier Bundesbehörden – darunter Bundespolizei und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – wurden befragt.
Zentrales Ergebnis: Offene Anfeindungen sind selten, doch Diskriminierung wirkt subtil – etwa über Ermessensspielräume oder Sprachbarrieren im Antragsverfahren. Besonders gravierend ist eine rechtliche Schutzlücke: Das Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz gilt bislang nicht für das Verhältnis zwischen Staat und Bürger:innen.
Die Befragung zeigt zudem: Behörden weisen insgesamt kein einheitlich höheres Maß ethnisch diskriminierender Einstellungen auf als die Gesamtbevölkerung. Allerdings berichten Beschäftigte mit rassifizierter Zuschreibung deutlich häufiger von Diskriminierungserfahrungen. Ein indirektes Messverfahren deutet insbesondere bei der Bundespolizei auf ein höheres Maß verdeckter Vorbehalte hin. In einer ergänzenden Umfrage unter Muslim:innen gaben rund 80 Prozent an, in Behörden rassistische Diskriminierung erlebt zu haben. Viele verzichten auf Beschwerden – aus Zweifel an deren Wirksamkeit.
Die Forschenden empfehlen unter anderem, das Gleichbehandlungsgesetz auszuweiten, unabhängige Beschwerdestellen einzurichten und rassismuskritische Fortbildungen verbindlich zu verankern. Der Abschlussbericht wurde am 13. Februar 2026 veröffentlicht.
Kritik gab es im Nachgang zur Veröffentlichung der Studie mit dem Umgang der Ergebnisse durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat sowie an der Verweigerung der Teilnahme durch manche Behörden und Regionen.
Ausblick
Scrollen in die Radikalisierung? Extremistische Online-Welten und ihre Wirkung auf Jugendliche
Soziale Medien sind fester Bestandteil des Alltags junger Menschen. Sie dienen der Kommunikation, Information und Unterhaltung – und prägen zunehmend politische Meinungsbildungsprozesse. Neben Chancen birgt die digitale Welt Risiken: Extremistische Akteure nutzen Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube, um Jugendliche emotional anzusprechen, politische Botschaften zu vermitteln und sie schrittweise in radikale Denk- und Deutungsmuster hineinzuziehen. Das gefährdet die demokratische Entwicklung junger Menschen und stellt Lehrkräfte, Eltern und pädagogische Fachkräfte vor die Aufgabe, sie im Umgang mit extremistischen Online-Inhalten zu stärken.
Die 90-minütigen Abendveranstaltungen (18:30–20:00 Uhr) zeigen anhand aktueller Beispiele extremistische Online-Strategien im islamistischen und/oder rechtsextremistischen Spektrum und deren Wirkungsweisen auf Jugendliche auf sowie pädagogische Handlungsansätze und geeignete Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Prävention.
Seit dem terroristischen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 häufen sich antisemitische Vorfälle. Für NRW-Hochschulen weist die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen (RIAS NRW) für das Jahr 2024 einen Anstieg der gemeldeten Fälle um 216 Prozent aus. Hochschulen tragen daher eine besondere Verantwortung: Sie vermitteln demokratische Werte, treten Diskriminierung entgegen und sichern eine respektvolle Lernumgebung.
Eingeladen sind primär Hochschulbeschäftigte aus Nordrhein-Westfalen sowie Fachleute aus Bildungsinstitutionen, Verwaltung und Politik und alle an der Thematik Interessierten, die sich informieren, vernetzen und mitdiskutieren möchten.
Podiumsdiskussion zum Stand der Aufklärung im NSU-Komplex
Die Amadeu Antonio Stiftung lädt am 16. März 2026 von 19 bis 21 Uhr zu einer Podiumsdiskussion zum Stand der Aufklärung im NSU-Komplex ein. Die Veranstaltung findet im Sozial-Ökologischen-Zentrum (SÖZ), Gut-Heil-Straße 14, in Dortmund statt.
20 Jahre nach dem Mord an Mehmet Kubaşık sprechen Caro Keller von NSU-Watch sowie Hendrik Puls, Soziologe und ehemaliger Referent für den NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags NRW, über den aktuellen Stand der Aufklärung und offene Fragen im NSU-Komplex. Moderiert wird die Diskussion von Ali Șirin.
Die zivilgesellschaftliche Ausstiegs- und Distanzierungsberatungsstelle im Kontext Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen NinA NRW lädt am 17. März 2026 zum „Runden Tisch“ unter dem Titel „From Memes to Movements – extrem rechte Jugendkulturen und frühe Ideologisierung als Herausforderung für die Zivilgesellschaft und die Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit“ ein.
Die Fachveranstaltung findet in Präsenz am Standort in Recklinghausen (Am Steintor 3) statt und richtet sich an Fachkräfte sowie Interessierte aus Zivilgesellschaft, Präventionsarbeit und Distanzierungs- bzw. Ausstiegsarbeit. Eine Anmeldung ist unter Angabe von Name und Institution bis zum 11.03.2026 per E-Mail an nina.nrw@reinit.de erforderlich. Weitere Informationen finden Sie in der beigefügten Einladung und werden mit der Anmeldebestätigung zur Verfügung gestellt.
Die öffentliche und politische Debatte zu Islamismus konzentriert sich seit dem Anschlag von Solingen verstärkt auf die Beschränkung von (illegaler) Migration und Fluchtbewegungen nach Deutschland. Geflüchtete und Menschen mit Migrationsgeschichte aus muslimisch geprägten Ländern werden in diesen Sicherheitsdiskursen häufig als besonders anfällig für islamistische Radikalisierung dargestellt. Dieses Bedrohungsnarrativ hat sich spätestens seit 2015 in sicherheits- und integrationspolitischen Debatten verfestigt. Doch was ist dran an dieser Annahme?
Die coreNRW-Werkstatt „Migration, Flucht und Religion als Radikalisierungsfaktoren? Eine empirische Bestandsaufnahme“ findet am Donnerstag, 19. März 2026, 10 – 12 Uhr via Zoom statt. Prof.'in Michaela Pfundmair und Nicolas Leixner präsentieren die Ergebnisse des coreNRW-Kurzgutachtens „Migration, Flucht und Religion als Radikalisierungsfaktoren – eine empirische Bestandsaufnahme“ zu diesem (vermeintlichen) Zusammenhang. Gemeinsam mit Alexander Gesing von IFAK e.V. diskutieren sie Schlussfolgerungen und Empfehlungen – ergänzt durch das bicc-Policy-Brief „Wie die deutsche Politik Radikalisierung indirekt fördert“.
Bitte melden Sie sich per E-Mail an: doering@core-nrw.de unter Angabe Ihres vollständigen Namens sowie Ihrer institutionellen Anbindung (Signatur ausreichend). Die Zugangsdaten werden rechtzeitig vor der Veranstaltung versendet.
Hinweise zur Teilnahme: Um einen geschützten und transparenten Raum für alle Teilnehmenden zu gewährleisten, ist eine Teilnahme mit eindeutiger namentlicher Identifizierung und – zumindest zu Beginn – eingeschalteter Kamera erforderlich. Sollte dies aus Gründen des Personenschutzes nicht möglich sein, geben Sie dies bitte bei der Anmeldung an. coreNRW behält sich vor, Personen aufgrund von Störungen oder unklarer Identität von der Veranstaltung auszuschließen.
Fachveranstaltung zu Online-Antiziganismus in Deutschland
Antiziganismus stellt auch im digitalen Raum eine wachsende Herausforderung dar. Im Rahmen des internationalen Projekts TAAO wurden 526 Online-Inhalte systematisch untersucht. Die Ergebnisse belegen eine deutliche Präsenz antiziganistischer Narrative auf Plattformen wie TikTok, Facebook, YouTube und X sowie wiederkehrende Muster der Kriminalisierung und kollektiven Zuschreibung. Die Veranstaltung präsentiert zentrale Befunde, ordnet diese politisch und wissenschaftlich ein und entwickelt Handlungsoptionen für Politik, Plattformen, Medien und Zivilgesellschaft.
Bei der Paneldiskussion „Online-Antiziganismus bekämpfen – Verantwortung, Wirkungen und Gegenstrategien“ diskutieren Amella Ajvazi (TAAO-Monitorin & junge Aktivistin), Pegah Edalatian, MdL (Bündnis 90/Die Grünen), Heike Hansen (Büro Sascha H. Wagner, MdB, Die Linke) sowie Ismeta Stojkovic von der Dokumentations- und Informationsstelle Antiziganismus NRW. Moderation: Elvira Ajvazi.
Fortbildung: Jugend stark machen gegen islamistische Radikalisierung
Das Projekt Plan P. der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW bietet eine 6-tägige Fortbildung "Jugend stark machen gegen islamistische Radikalisierung" für Fachkräfte öffentlicher und freier Träger der Jugendhilfe, insbesondere aus Kinder- und Jugendschutz, Jugendarbeit und Schulsozialarbeit an.
Islamismus stellt Fachkräfte der Jugendhilfe vor große Herausforderungen – insbesondere im Spannungsfeld zwischen jugendlicher Provokation, Radikalisierung und militanten Strömungen sowie angesichts der starken Präsenz islamistischer Akteure in sozialen Medien. Die Weiterbildung vermittelt in drei aufeinander aufbauenden Modulen – ERKENNEN, VERSTEHEN, HANDELN – fundiertes Wissen und konkrete Handlungssicherheit für die Präventionsarbeit im Themenfeld Radikalisierung/Islamismus. Neben fachlichem Input werden bestehende Präventionsansätze vorgestellt und die Teilnehmenden beim Aufbau eigener Netzwerkstrukturen unterstützt. Praktische Übungen und Arbeitsmaterialien ergänzen das Programm.
Termine (je 2 Tage): 06./07.05.2026 | 20./21.05.2026 | 24./25.06.2026 im Herbert-Siebold-Haus | IFAK e.V. (Engelsburger Straße 168, 44793 Bochum). Teilnehmendenzahl: max. 20 Personen (mit Auswahlverfahren). Anmeldeschluss: 20. März 2026. Verwaltungspauschale: 50,00 Euro (inkl. Verpflegung; Reise- und Übernachtungskosten exkl.)
Anmeldefrist verlängert: Qualifizierungslehrgang demokratische Schulkultur und Radikalisierungsprävention
Zahlreiche weiterführende Schulen bundesweit haben Interesse an einer Teilnahme an dem "Zertifizierten Qualifizierungslehrgang zur Stärkung demokratischer Schulkultur und Radikalisierungsprävention für Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter:innen bundesweit" von Clear Vision bekundet und gleichzeitig um mehr Zeit für interne Abstimmungen vor einer Anmeldung gebeten.
Deswegen wurde der Anmeldezeitraum für den diesjährigen Qualifizierungslehrgang demokratische Schulkultur und Radikalisierungsprävention bis zum 26. März 2026 verlängert. Mehr Infos zu Inhalten und Rahmenbedingungen des Qualifizierungslehrgangs hier und im Flyer.
Das Projekt Plan P. der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW bietet am 21. April 2026, 10 – 13 Uhr das Online-Seminar „Extremismus im Gaming – Wissenswertes für Kinder- und Jugendhilfe“ an. Das Seminar richtet sich an Fachkräfte der Jugendhilfe, insbesondere aus Kinder- und Jugendschutz, Jugendarbeit und Schulsozialarbeit. Die Teilnahme ist kostenlos.
Gaming ist längst mehr als ein Freizeittrend Jugendlicher: Es ist ein altersübergreifendes, globales Kultur- und Sozialisationsphänomen. Digitale Spiele und gamingnahe Plattformen fungieren als soziale Räume, in denen Identität, Zugehörigkeit und Gemeinschaft ausgehandelt werden – und in denen sich gesellschaftliche Dynamiken widerspiegeln. In Online-Communities zeigen sich dabei auch Prozesse digitaler Radikalisierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Extremistische Akteur*innen nutzen Gaming-Umfelder strategisch zur niedrigschwelligen Ansprache und Normalisierung ihrer Ideologien – häufig über Codes, Memes und vermeintlichen „Humor“ unterhalb der Strafbarkeitsgrenze.
Das Online-Seminar sensibilisiert für Plattformlogiken, Narrative und Rekrutierungsstrategien. Es beleuchtet rechtliche Rahmenbedingungen und zeigt auf, warum problematische Entwicklungen nicht erst bei eindeutig extremistischen Inhalten beginnen, sondern häufig in gesellschaftlich verbreiteten Denkmustern, Zuschreibungen und alltäglichen Grenzverschiebungen münden. Zugleich werden demokratiefördernde Potenziale von Gaming und Ansätze einer präventiven, lebensweltorientierten Praxis in den Blick genommen.
Am 28. April 2026 ab 9 Uhr laden SABRA und ADIRA herzlich zum gemeinsamen Fachtag „Zwischen Haltung und Handlung“ in die Jüdische Gemeinde Düsseldorf ein. Die Veranstaltung richtet sich an in der Beratung tätige Fachkräfte sowie an alle Interessierten, die sich mit Antisemitismus, jüdischen Lebensrealitäten und empowernder Beratungsarbeit auseinandersetzen möchten.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Fachtags steht die Beratungsarbeit im Kontext von Antisemitismus: Wie können Berater*innen in ihrer Haltung gegen Antisemitismus gestärkt werden? Wie gelingt eine Sensibilisierung für jüdische Lebensrealitäten? Und wie können Betroffene wirksam unterstützt und empowered werden? Darüber hinaus werden Möglichkeiten vorgestellt, wie sich Berater*innen zum Thema Antisemitismus und jüdisches Leben fortbilden und fachliche Unterstützung erhalten können.
Neben fachlichen Inputs und praxisnahen Workshops wird im Rahmen des Fachtags die neue Broschüre „Beratung ohne Antisemitismus“ von ADIRA und SABRA präsentiert. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung folgen.
Islam von Islamismus unterscheiden: Informationsreihe für pädagogische Fachkräfte
Die Landeszentrale für politische Bildung NRW lädt pädagogische Fachkräfte zu einer Informationsreihe ein, die sich mit der notwendigen Unterscheidung zwischen dem Islam als Religion und extremistischen Strömungen wie dem Islamismus befasst. Musliminnen und Muslime sind selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft und prägen das Zusammenleben in NRW maßgeblich mit. Dennoch werden Vielfalt und unterschiedliche Formen gelebter Religiosität in der öffentlichen Wahrnehmung häufig von Stereotypen, Ängsten und pauschalen Zuschreibungen überlagert. Die Reihe greift diese Problematik auf, informiert über den gelebten Islam in NRW und klärt zugleich über die Gefahren auf, die von islamistischen Bestrebungen ausgehen, welche die freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnen.
Termine: 29. April 2026 in Paderborn (Anmeldeschluss: 15. April 2026), Volkshochschule Paderborn (Am Stadelhof 8, 33098 Paderborn) 30. Juni 2026 in Bielefeld (Anmeldeschluss: 16. Juni 2026), Volkshochschule Bielefeld (Ravensberger Park 1, 33607 Bielefeld)
Die PariSozial Bergisches Land sucht zum 01. Juni 2026 eine Projektleitung für das Projekt NRWeltoffen. Im Rahmen der Nachfolge ist die Stelle (30 St./Woche) neu zu besetzen. Bewerbungsfrist: 15. März 2026. Zur Ausschreibung
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