ein Blick in den aktuellen Demokratiebericht der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen zeigt: Das Vertrauen in demokratische Prozesse ist brüchiger geworden, insbesondere bei jüngeren Menschen. Gleichzeitig belegt die vom Demokratiezentrum NRW in Auftrag gegebene Antisemitismus-Studie, wie präsent und vielgestaltig Antisemitismus im Bildungsbereich in NRW ist – und wie groß der Bedarf an professioneller Unterstützung, etwa in Schulen und Kommunen. Die DeZIM-Studie verdeutlicht, dass angesichts steigender Fallzahlen rechtsextremistisch, rassistisch und antisemitisch motivierter Straftaten und Übergriffe, zivilgesellschaftliche Beratungsarbeit immer wichtiger wird. Der NaDiRa-Monitoringbericht 2026 berichtet von verfestigten rassistischen Abwertungen und fragiles Vertrauen in Institutionen. Die RIAS-Studie zeigt, dass Antisemitismus an NS-Gedenkstätten in Deutschland deutlich zunimmt.
Diese Befunde unterstreichen einmal mehr: Präventionsarbeit gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus braucht Kontinuität, Expertise und verlässliche Strukturen. Zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure leisten hier unverzichtbare Arbeit in der Beratung, Unterstützung von Betroffen und Qualifizierung von Fachkräften – gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, nah an den Lebensrealitäten der Menschen.
In Nordrhein-Westfalen finden wir mit der neu geschaffenen gesetzlichen Grundlage (LpBG NRW) und dem Handlungskonzept gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus die notwendigen Rahmenbedingungen für eine verlässliche und gute Präventionsarbeit vor. Diese gilt es nun mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Partnerinnen und Partnern mit Leben zu füllen!
Herzliche Grüße Das Team des Demokratiezentrums NRW
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Studie zur Bildungspraxis und Präventionsarbeit gegen Antisemitismus in NRW
Die im Auftrag des Demokratiezentrums durchgeführte Studie untersucht den aktuellen Stand sowie zentrale Herausforderungen der Bildungspraxis und Präventionsarbeit gegen Antisemitismus in Nordrhein-Westfalen seit dem 7. Oktober 2023. Die Ergebnisse basieren auf einer Kombination aus quantitativer Befragung von Lehrkräften, qualitativen Interviews mit jüdischen Bildungspraktiker*innen sowie der Analyse landesgeförderter Projekte.
Die Analyse zeigt, dass Lehrkräfte einen erhöhten Bedarf an externer Unterstützung sehen, um antisemitischen Vorfällen im schulischen Alltag angemessen begegnen zu können. Gleichzeitig wird eine Zunahme antisemitischer Äußerungen im Unterricht festgestellt. Jüdische Bildungspraktiker*innen berichten zudem von einem häufig unzureichenden Verständnis für ihre Situation innerhalb von Bildungsinstitutionen, insbesondere hinsichtlich individueller Betroffenheiten.
Die Analyse bestehender Präventionsprojekte verdeutlicht darüber hinaus die Notwendigkeit klarer Zieldefinitionen und methodischer Abgrenzungen. Unterschiedliche Ansätze – etwa affektiv, kognitiv oder phänomenspezifisch ausgerichtete Formate – weisen jeweils unterschiedliche Wirkungen und Grenzen auf, die stärker berücksichtigt werden sollten. Abschließend hebt die Studie hervor, dass aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in allen Bildungsbereichen systematischer einbezogen werden sollten. Dazu zählen insbesondere die Bedeutung israelbezogener Formen des Antisemitismus, dessen globale Dimension sowie die spezifischen Merkmale des Phänomens als eigenständige gesellschaftliche Erscheinung.
Die Landeszentrale für politische Bildung hat den dritten Demokratiebericht veröffentlicht. Erstellt wurde der Bericht in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftliches Team der NRW School of Governance an der Universität Duisburg-Essen. Der dritte Demokratiebericht hat das Schwerpunktthema „Mitte(n) unter Druck“. Er richtet einen genaueren Blick auf die Mitten der Gesellschaft und auf die Rolle der politischen Mitte für die Stabilität der Demokratie. Nach dem bereits im zweiten Demokratiebericht diagnostizierten Knick der Demokratiezufriedenheit in den mittleren Altersgruppen zeigt sich in den Ergebnissen nun auch einen Einbruch bei den jüngeren Altersgruppen. Zudem zeigt sich ein Zusammenhang mit der wahrgenommenen wirtschaftlichen Lage der Befragten. Zentrale Befunde des Berichts:
Demokratieverständnis unsicher: Die Demokratie in Nordrhein-Westfalen ist insgesamt nicht bedroht, aber viele Menschen haben ein unsicheres Verständnis davon. Etwa 42 % zählen zu den „fragilen Demokraten“ mit gemischten demokratischen und undemokratischen Einstellungen.
Sinkende Zufriedenheit: Die Zufriedenheit mit der Demokratie ist besonders bei 30- bis 44-Jährigen stark gesunken (-18 Prozentpunkte) und bei 14- bis 18-Jährigen sogar massiv eingebrochen (-30 Prozentpunkte).
Lebenslage beeinflusst Zufriedenheit: Wer seine Lebenssituation positiv bewertet, ist zufriedener mit der Demokratie. Die wirtschaftliche Lage ist dabei entscheidend. Die Demokratie stabilisiert sich vor allem in der sozioökonomischen Mitte, bleibt aber mittelfristig durch Sorgen, Zukunftsängste und wahrgenommene Chancenmängel gefährdet.
Beteiligung als Schlüssel: Mehr Engagement und Beteiligung (Zuhören, Erklären, Handeln) sind zentral für Verbesserungen. Dafür sind ausreichende zeitliche, fachliche und finanzielle Ressourcen nötig.
Demokratische Prinzipien stärken: Politische Bildung funktioniert grundsätzlich, muss aber stärker Grundlagen wie Gewaltenteilung, Minderheitenrechte und die Rolle von Parteien vermitteln und mehr Menschen erreichen.
Seit 2021 legt die Landeszentrale im zweijährigen Turnus und mit wechselnden thematischen Schwerpunkten ein Lagebild zu Demokratie und politischer Bildung in Nordrhein-Westfalen vor und spricht Handlungsempfehlungen aus.
Digitale Themenwoche 2026 des Demokratiezentrums Rheinland-Pfalz
Das Demokratiezentrum Rheinland-Pfalz veranstaltet vom 20.04. bis 24.04.2026 eine digitale Themenwoche zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Die jährlich seit 2020 stattfindende Veranstaltungsreihe richtet sich an ein breites Fachpublikum sowie interessierte Teilnehmende wie Kooperationspartner:innen der politischen Bildungsarbeit, Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Partnerschaften für Demokratie, Berater:innen im Themenfeld (Rechts-)Extremismus, pädagogische Fachkräfte aus Schulen sowie Mitarbeiter:innen aus Verwaltungen.
Bei der diesjährigen Themenwoche „Demokratie unter Druck: Kulturkampf, Antifeminismus und Extremismus in Krisenzeiten – analog und digital“ steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich demokratisches Zusammenleben unter den Bedingungen multipler Krisen, zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und schneller technologischer Entwicklungen verändert. Politische Auseinandersetzungen werden zunehmend zugespitzt geführt – sowohl in Parlamenten und im öffentlichen Raum als auch in digitalen Kommunikationsräumen.
In insgesamt fünf digitalen Veranstaltungen beleuchten Wissenschaftler:innen und Expert:innen verschiedene Aspekte aktueller gesellschaftlicher Konflikte und deren Auswirkungen auf demokratische Prozesse. Thematisiert werden auch antifeministische Mobilisierungen, gesellschaftliche Konflikte um Wertefragen, Angriffe auf Journalist:innen und demokratische Institutionen sowie neue Erscheinungsformen extremistischer Radikalisierung. Aufgegriffen werden hierbei Herausforderungen durch technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz, besonders mit Blick auf Desinformation, Manipulation und politische Einflussnahme.
Der NaDiRa-Monitoringbericht 2026 "Verfestigte Abwertungen, fragiles Vertrauen – Rassismus und Diskriminierung in Deutschland" untersucht die Entwicklung rassistischer Einstellungen und Diskriminierungserfahrungen in Deutschland. Aufbauend auf vorherigen NaDiRa-Studien bietet er eine systematische Langzeitanalyse gesellschaftlicher Entwicklungen jenseits kurzfristiger Debatten.
Auf Grundlage eines strukturorientierten Rassismusverständnisses unterscheidet der Bericht zwischen biologistischen, kulturalistischen und verdeckten Formen der Abwertung. Die Analyse beleuchtet sowohl Einstellungsmuster als auch konkrete – offenkundige wie subtile – Diskriminierungserfahrungen in zentralen Lebensbereichen und nimmt zudem das Institutionenvertrauen in den Blick.
Die Ergebnisse zeigen: Rassismus geht weit über individuelle Vorurteile hinaus. Seine Wirkungen prägen soziale Beziehungen und schwächen das Vertrauen in staatliche Institutionen. Damit betrifft Rassismus nicht nur einzelne Menschen, sondern auch zentrale gesellschaftliche Ressourcen wie sozialen Zusammenhalt und demokratische Stabilität. Das kontinuierliche Monitoring des NaDiRa.panels liefert die empirische Grundlage, um Ungleichheiten sichtbar zu machen und politische Handlungsspielräume evidenzbasiert zu erschließen.
Ob es die lokale Initiative ist, die Geflüchtete beim Ankommen in Deutschland unterstützt, eine ehrenamtliche Lokalpolitikerin, die sich auf dem Dorffest gegen Naziparolen positioniert, oder eine Gruppe junger Leute, die sich für Klimaschutz einsetzt – immer wieder kommt es zu Einschüchterungsversuchen gegenüber zivilgesellschaftlich Engagierten. Diese Menschen und die demokratische Kultur vor Ort zu schützen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Welche Handlungsansätze hierzu auf kommunaler Ebene ergriffen werden können, ist Gegenstand dieses Praxisleitfadens "Zivilgesellschaft stärken und schützen – Ein Praxisleitfaden für kommunale Schutzkonzepte bei Bedrohungen gegen zivilgesellschaftlich Engagierte". Er richtet sich an lokale Verantwortungstragende aus Politik und Verwaltung, an die federführenden Ämter und die Koordinierungs- und Fachstellen der lokalen Partnerschaften für Demokratie sowie an zivilgesellschaftliche Akteure in den Kommunen.
Die Aktion Zivilcourage e. V. hat den Praxisleitfaden mit dem Ansatz der kommunalen Schutzkonzepte im Begleitprojekt "Zivilgesellschaft stärken und schützen" (Dl! Förderung von 2022-2024) entwickelt.
Fußball gilt als Triebfeder gesellschaftlicher Integration. Allerdings gehören auch Probleme wie Ausgrenzung zu seiner Realität. Diskriminierung und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sind Alltag - auf dem Platz, am Spielfeldrand, in der Fankurve, im Vereinsheim oder online. Dennoch wird dieses Phänomen häufig verharmlost oder ignoriert, nicht selten überlagert vom Narrativ einer "integrativen Kraft" des Sports. Der Autor setzt sich kritisch mit dieser Diskrepanz auseinander und arbeitet heraus, wie tief verankert Ausschlussmechanismen im Fußball sind. Er sensibilisiert für einzelne Diskriminierungsformen, hinterfragt routinierte Verständnisse und liefert alltagstaugliche Anstöße für Veränderung. Ein unverzichtbares Werk für alle, die Ausgrenzung entgegentreten und für mehr Gerechtigkeit in der Fußballkultur sorgen wollen.
RIAS-Broschüre zu antisemitischen Vorfällen an Gedenkstätten
Antisemitismus an NS-Gedenkstätten in Deutschland nimmt deutlich zu. Wie der Bundesverband RIAS mitteilt, wurden 2024 insgesamt 211 Vorfälle dokumentiert – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Dazu zählen Schmierereien, Störungen von Führungen, Sachbeschädigungen und Bedrohungen von Mitarbeitenden. So wird in Gästebüchern regelmäßig das Handeln Israels mit den nationalsozialistischen Verbrechen gleichgesetzt. Ebenso zielen Forderungen nach der Befreiung Palästinas ausgerechnet an NS-Gedenkstätten darauf ab, die präzedenzlosen Verbrechen der Schoa infrage zu stellen und das Gedenken an die Ermordeten zu stören. Sie greifen den gesellschaftlichen Auftrag der Erinnerungsorte als Ganzes an.
Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich die Lage weiter verschärft. Die Vorfälle stammen häufig aus dem rechtsextremen Spektrum, zunehmend aber auch aus links-antiimperialistischen und antiisraelischen Kontexten. Besonders auffällig ist der Anstieg israelbezogenen Antisemitismus, der bei knapp der Hälfte der Fälle eine Rolle spielt. Die Angriffe richten sich nicht nur gegen Personen, sondern gezielt gegen die Erinnerung an die Schoa. NS-Gedenkstätten stehen damit vor wachsenden Herausforderungen in Vermittlung und Sicherheit. Sie brauchen Sicherheitskonzepte und einen professionellen Umgang mit Provokationen.
Eine neue Broschüre des Bundesverbands RIAS beleuchtet die Entwicklungen und zeigt praxisnahe Ansätze für eine antisemitismuskritische Gedenkstättenarbeit auf. Gerade für antisemitismuskritische Vermittlungsarbeit stellt sich zunehmend die Frage, wie NS-Gedenkstätten mit historischen antisemitischen Darstellungen umgehen können, ohne diese zu reproduzieren. Zugleich wird deutlich: Für den Umgang mit der steigenden Zahl an Vorfällen brauchen Gedenkstätten mehr Unterstützung sowie verlässliche Förderung durch Bund und Länder.
Die Ausstellung „Köln Postkolonial – ein lokalhistorisches Projekt der Erinnerungsarbeit“ beleuchtet Kölns Rolle im „kolonialen Projekt“ des Deutschen Reiches und fördert ein Bewusstsein für deutsche Kolonialgeschichte. Sie ist ein Projekt der Initiative "KopfWelten – gegen Rassismus und Intoleranz e. V.". Die Ausstellung kann kostenlos von Schulen (zur Vermittlung ab Klasse 9), Bildungseinrichtungen oder anderen Institutionen ausgeliehen und für die Bildungsarbeit genutzt werden.
In 35 Ausstellungstafeln werden die Rolle Kölns im "kolonialen Projekt" des Deutschen Reiches beleuchtet. Als "Kolonialmetropole des Westens" stand das koloniale und kolonialrevisionistische Engagement Kölns den kolonialen Metropolen Hamburg oder Berlin in Nichts nach. Gezeigt werden die unterschiedlichen Verstrickungen in der Zeit des realen Kolonialismus und danach. Die Ausstellung beleuchtet unter anderem zahlreiche Kölner Familien und Unternehmen, die direkt und indirekt Nutzen aus den deutschen Kolonien und den kolonialen Bestrebungen des Deutschen Reiches gezogen haben.
Die deutsche Kolonialvergangenheit ist in der Öffentlichkeit lange Zeit kaum präsent gewesen. Daher stellt die Ausstellung einen wichtigen Teil der Erinnerungsarbeit dar. Dieser besteht darin, historische Fakten zugänglich zu machen, allgemeinverständlich aufzubereiten und das Verständnis der Menschen für die gemeinsame Geschichte mit den von der Kolonisation betroffenen Ländern zu fördern.
Aktuelle Herausforderungen für Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus
Die Publikation „Aktuelle Herausforderungen für Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ von Christian Sowa, Till Sträter, Olga Janzen und Sonja Haase (2026) wurde als Working Paper des Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung veröffentlicht.
Angesichts steigender Fallzahlen rechtsextremistisch, rassistisch und antisemitisch motivierter Straftaten und Übergriffe wird zivilgesellschaftliche Beratungsarbeit gegen Extremismus immer wichtiger. Angebote der Mobilen Beratung, der Opfer- und Betroffenenberatung sowie der Distanzierungs- und Ausstiegsberatung konnten in den vergangenen Jahren wichtige Unterstützung für Betroffene leisten, Aussteigende begleiten sowie Präventionsarbeit durchführen. Das Working Paper betrachtet die aktuellen Rahmenbedingungen der Beratungsarbeit aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Es zeigt, dass die Beratungsstellen – trotz der geleisteten Arbeit, einer zunehmenden Professionalisierung und Institutionalisierung – vor multiplen Herausforderungen stehen. Dazu zählen ein starker Anstieg von Beratungsfällen, komplexer werdende Problemlagen sowie zunehmende Bedrohungslagen in der Beratungsarbeit.
Mit einem neuen Debattenformat geht NRWeltoffen Bielefeld neue Wege: Eine Frage – zwei Positionen – eine Debatte. Bei "Die Debatte" geht es darum, eine Frage zu stellen und zwei Seiten sich geregelt streiten zu lassen. Wer hat die besseren Argumente? Und wie nähern wir uns einander an, wenn wir alles ausdiskutiert haben? Ziel ist es, fachliche Themen lebendig zu verhandeln, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und demokratischen Diskurs aktiv erfahrbar zu gestalten. Dabei stehen nicht fertige Ergebnisse im Mittelpunkt, sondern fundierte Argumente, kontroverse Sichtweisen und die Einbindung des Publikums.
Unter der Leitfrage „Vereint oder spaltet uns der Sport?“ wird zum Auftakt am 28. April 2028 ein Themenfeld aufgegriffen, das durch seine hohe Emotionalität und gesellschaftliche Relevanz besonders geeignet ist. Nach einem einführenden Impuls folgt eine strukturierte Debatte mit gegensätzlichen Positionen sowie einer aktiven Beteiligung des Publikums. Ziel ist es, zum Mitdenken anzuregen und eine nachhaltige Auseinandersetzung zu fördern. Das Format möchte inhaltliche Tiefe mit breiter Zugänglichkeit verbinden und so auch neue Zielgruppen ansprechen.
Achte Ausgabe von „Dorstfeld in Bewegung“ ist erschienen
Das jährliche Stadtteilmagazin der Quartiersdemokraten blickt auf ein bewegtes Jahr 2025 zurück und zeigt die Vielfalt des zivilgesellschaftlichen Engagements in Dorstfeld – für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf jungen Menschen, die sich aktiv einbringen und eigene Projekte gestalten. Auch neue Bildungs- und Begegnungsangebote im Stadtteil werden vorgestellt.
Die Ausgabe greift zudem aktuelle Herausforderungen auf, darunter rechtsextreme Entwicklungen im Quartier sowie internationale Bezüge wie türkischen Rechtsextremismus und mögliche Gegenstrategien in Bildung und Stadtteilarbeit. Ergänzend dokumentiert das Magazin Ereignisse und Aktivitäten der extrem rechten Szene vor Ort. Darüber hinaus werden zentrale Orte und Strukturen im Stadtteil beleuchtet, insbesondere der Stadtteilladen wilma als wachsender Treffpunkt für Beratung, Austausch und Engagement. Das Magazin ist ab sofort kostenlos erhältlich, steht als PDF zur Verfügung oder kann auf Anfrage zugesandt werden.
Fachtag „Zwischen Haltung und Handlung. Beratung und Empowerment im Kontext Antisemitismus“
Am 28. April 2026 um 9 Uhr laden SABRA, ADIRA und ADA NRW zum diesjährigen Fachtag „Zwischen Haltung und Handlung. Beratung und Empowerment im Kontext Antisemitismus“ in die Jüdische Gemeinde Düsseldorf ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Beratungsarbeit im Kontext von Antisemitismus. Thematisiert wird, wie Beraterinnen in ihrer Haltung gestärkt, für jüdische Lebensrealitäten sensibilisiert und Betroffene gezielt empowered werden können. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, welche Möglichkeiten Beraterinnen haben, sich zum Thema Antisemitismus und jüdisches Leben fortzubilden und welche Formen der Unterstützung ihnen zur Verfügung stehen.
Der Fachtag richtet sich an Mitarbeitende aus Beratungsstellen unterschiedlicher Fachbereiche, pädagogische Fachkräfte in der Beratungs- und Bildungsarbeit sowie an Multiplikator*innen. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Anzahl der Plätze jedoch begrenzt. Eine Anmeldung ist ab sofort bis einschließlich 19. April möglich: Link zur Anmeldung.
Demokratie lebt von freiwilligem Engagement. Gleichzeitig nehmen Hass und Anfeindungen im Netz gegenüber Ehrenamtlichen und Mandatsträger*innen weiter zu, wobei soziale Medien wie Instagram, Facebook und Co. eine zentrale Rolle spielen. Die Workshopreihe findet vom 28. April bis 21. Mai 2026 sowie vom 9. Juni bis 2. Juli 2026, jeweils dienstags und donnerstags von 17:30 bis 19:00 Uhr statt.
Die Online-Workshopreihe „Sicher engagiert“ richtet sich an Menschen, die sich kommunalpolitisch oder anderweitig ehrenamtlich engagieren und ihren Social-Media-Auftritt öffentlichkeitswirksam sowie sicher gestalten möchten. Das kostenfreie Fortbildungsangebot vermittelt praxisnah und verständlich, wie digitale Angriffe frühzeitig erkannt und souverän bewältigt werden können. Zudem werden Strategien zur Stärkung der eigenen Resilienz im Netz sowie Kompetenzen für eine konstruktive Nutzung sozialer Medien als Orte politischer Kommunikation und Teilhabe vermittelt.
Die digitalen Workshops sind niedrigschwellig konzipiert und zielen darauf ab, Handlungssicherheit im Umgang mit Hass im Netz zu stärken und sichere Online-Räume zu fördern. Das Angebot wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.
In seinem aktuellen Programm „Salto Cannibale“ begibt sich der Schauspieler und Sänger Dirk Schäfer auf eine musikalisch-literarische Forschungsreise zu den Spuren des Kolonialismus – von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart. Mit einem beherzten Blick auf koloniale Logiken spannt er den Bogen von Kiel über Duisburg bis nach Namibia, von Feuerland bis Hamburg, von Hagenbeck bis hinein in die eigene Familiengeschichte. Dabei entsteht aus persönlichen familiären Bezügen eine eindringliche Brücke aus den Tiefen des 20. Jahrhunderts bis ins Heute.
Premiere: Die Produktion ist eine Koproduktion mit dem Theater Kiel und feiert ihre Duisburg-Premiere am 28. April 2026 um 19:30 Uhr im Großen Haus. Eine weitere Vorstellung findet am 29. April um 19:30 Uhr statt mit anschließendem Publikumsgespräch gemeinsam mit Dr. Stephan Malinowski und Dirk Schäfer.
Sondervorstellung für Schüler*innen und Studierende: Am 29. April 2026 um 11 Uhr gibt es zudem eine Sondervorstellung für Schüler*innen ab Stufe 10, Berufsschüler*innen und Studierende. Im Anschluss findet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW ein Expert*innennachgespräch, ein Bildungsmodul sowie einen Workshop statt. Der Eintritt ist frei! Für Ihre Buchung wenden Sie sich bitte an gruppen@theater-duisburg.de
Die Dauer der Veranstaltung beträgt ca. 1 Stunde und 50 Minuten, ohne Pause. Tickets erhalten Sie telefonisch unter 0203 / 283 62 100 oder online unter www.theater-duisburg.de.
Städte, Gemeinden und Landkreise sind mit einer Vielzahl an Konflikten konfrontiert. So wirken sich Krisen und gesellschaftliche Spannungsfelder häufig direkt vor Ort aus. Hinzu kommen lokale und regionale Herausforderungen und konflikthafte Auseinandersetzungen, etwa um Veränderungsprozesse in Stadtgesellschaften oder im sozialen Nahraum. In fünf Modulen vermittelt die Qualifizierung "Konflikte im kommunalen Kontext – Dynamiken verstehen, Ressourcen nutzen, Handlungssicherheit gewinnen" der Stiftung SPI fundierte Methoden und Werkzeuge, um Konflikte auf kommunaler Ebene zu bearbeiten.
Das Eine Welt Netz NRW und das Eine-Welt-Netzwerk Thüringen laden ein zu einem Jugendpartizipationsprojekt: Unter dem Titel „Gemeinsam einstehen. Für Demokratie und globale Solidarität in NRW, Thüringen und weltweit“ findet vom 31.05. bis 06.06.2026 eine einwöchige Veranstaltung in Düsseldorf sowie in Erfurt und dem Umland statt. Das Projekt bietet jungen Erwachsenen die Möglichkeit, sich mit aktuellen Herausforderungen rund um Demokratie, globale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt auseinanderzusetzen.
Vor dem Hintergrund globaler Krisen und zunehmender gesellschaftlicher Spannungen soll ein Raum für Austausch und gemeinsames Lernen geschaffen werden. Geplant sind Begegnungen mit Akteur*innen aus Politik und Zivilgesellschaft, Diskussionen sowie die Entwicklung eigener Ideen und Perspektiven für Engagement in einer global vernetzten Welt. Ziel ist es, Impulse für eine nachhaltige und weltoffene Gesellschaft gegen Rechtsextremismus zu setzen und den Dialog zwischen Teilnehmenden aus Nordrhein-Westfalen und Thüringen zu fördern.
Das Projekt richtet sich an 18- bis 30-jährige Personen mit Bezug zu Nordrhein-Westfalen und/oder Thüringen, beispielsweise durch Wohnort, Herkunft oder berufliche beziehungsweise familiäre Verbindungen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen sowie Hinweise zur Bewerbung sind den bereitgestellten Materialien zu entnehmen. Bei Rückfragen steht Feras Abboud (feras.abboud@eine-welt-netz-nrw.de) als Ansprechperson zur Verfügung.
Am 10. Juni 2026 von 18:00 bis 20:30 Uhr lädt das Demokratiezentrum Land Bremen zu einem Fachgespräch unter dem Titel „Im Gespräch bleiben – Fachgespräch zu aktuellen Herausforderungen im gesellschaftlichen Diskurs“ ein. Die Veranstaltung findet hybrid (in der Bremischen Bürgerschaft und online) statt. Im Mittelpunkt steht die Frage „Wer hört wem noch zu?“ und damit verbundene Spannungsfelder eines zunehmend polarisierten gesellschaftlichen Diskurses. Thematisiert werden dabei antimuslimischer Rassismus sowie die Debatte um sogenannten „importierten Antisemitismus“. Während Studien einen Anstieg antimuslimischer Einstellungen verzeichnen, wird gleichzeitig in Politik und Öffentlichkeit intensiv über Erscheinungsformen von Antisemitismus im Kontext von Migration diskutiert.
Zwischen Rassismuskritik und Integrationsdebatte, zwischen strukturellen Ursachen und individueller Verantwortung scheinen sich die Fronten zunehmend zu verhärten. Dabei stellen sich zentrale Fragen: Wird antimuslimischer Rassismus verharmlost? Oder wird Antisemitismus relativiert, wenn er im Zusammenhang mit Migration thematisiert wird? In einem Streitgespräch bringen Dr. Cihan Sinanoğlu und Ahmad Mansour ihre Perspektiven, Analysen und Erfahrungen ein, diskutieren über Konfliktlinien und Ansätze für eine offene und demokratische Debatte.
Interessierte sind eingeladen, mitzudenken, Fragen zu stellen und sich aktiv am Austausch zu beteiligen. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Plätze sind jedoch begrenzt. Eine Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an anmeldung-demokratiezentrum@soziales.bremen.de unter Angabe, ob die Teilnahme online oder vor Ort erfolgt.
13. Kulturpolitischer Bundeskongress „Wi(e)der die Wut“
Am 11. und 12. Juni 2026 findet der 13. Kulturpolitische Bundeskongress unter dem Titel „Wi(e)der die Wut. Kulturpolitische Netzwerke gegen Autoritarismus“ statt. Der Kongress stellt die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten von Kultur, Bildung und Politik, um in Zeiten gesellschaftlicher Verlusterfahrungen neue Zuversicht zu entwickeln und demokratische Strukturen zu stärken. Ziel ist es, Diskurs- und Lernräume zu schaffen und gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Kunst und Kultur, Kulturpolitik und Kulturverwaltung, kultureller und politischer Bildung sowie aus Wissenschaft und Journalismus handlungspraktische Perspektiven zu erarbeiten. Das Programm umfasst Panels, Impulse und Dialogräume.
Verlockender Fundamentalismus: Fachtagung zu Forschung und Prävention von Islamismus
Die zweitägige Fachtagung „Verlockender Fundamentalismus – Kontinuitäten und Paradigmenwechsel in der Forschung und der Prävention von Islamismus“ findet am 24. und 25. Juni 2026 in der Volkshochschule Münster (Aegidiistraße 70, 48143 Münster) statt. Veranstaltet wird die Tagung von der Landeszentrale für politische Bildung NRW in Kooperation mit ufuq.de im Verbund von KN:IX connect.
Die Tagung knüpft an die im Jahr 1997 veröffentlichte Studie „Verlockender Fundamentalismus. Türkische Jugendliche in Deutschland“ an und greift zentrale Fragestellungen auf, die bis heute für Forschung und Prävention von Bedeutung sind. Dabei stehen sowohl Kontinuitäten als auch neue Entwicklungen im Fokus, insbesondere im Hinblick auf gesellschaftliche Veränderungen, digitale Räume sowie die zunehmende Komplexität von Radikalisierungsprozessen.
In Vorträgen, Diskussionen, Werkstattgesprächen und fallbezogenen Arbeitsgruppen werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen aus der Präventionsarbeit verbunden: Zusammenhänge zwischen Religionsverständnissen, Diskriminierungserfahrungen und Radikalisierung, die Rolle digitaler Medien sowie Herausforderungen und Ansätze in der Bildungs- und Jugendarbeit.
Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte aus schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit, Jugendhilfe, Verwaltung sowie an weitere Interessierte aus Praxis und Wissenschaft. für einen fachlichen Austausch, Einblicke in aktuelle Entwicklungen und praxisnahe Impulse für die Präventionsarbeit. Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie Hinweise zur Anmeldung sind über die untenstehende Website sowie den Programm-Flyer.
WelEx E-Learning-Qualifizierung Das IZRD hat eine WelEx E-Learning-Qualifizierung für Fachkräfte der (kommunalen) Jugendämter erarbeitet. Ziel ist es, innerhalb behördlicher Kinder- und Jugendhilfestrukturen Fachkräfte zu Weltanschauungs- und Extremismusbeauftragten (WelEx) weiterzubilden und sie dabei zu unterstützen, diese Zuständigkeit innerhalb behördlicher Strukturen zu etablieren und institutionell zu verankern. Seit dem 02. März 2026 ist die kostenfreie, zertifizierte Qualifizierung online verfügbar.
Die Qualifizierung kann in 45 Stunden flexibel absolviert werden und Fachkräfte in der Einschätzung, Bearbeitung und strukturellen Verankerung entsprechender Fälle unterstützen. Die Angebote zielen darauf ab, Handlungssicherheit zu stärken, Wissen zu bündeln und nachhaltige Strukturen im Kinderschutz weiterzuentwickeln. Weitere Informationen, Anmeldung und Kontakt unter http://www.izrd.de sowie per E-Mail an info@izrd.de oder welex@izrd.de.
WelEx-Fachtag 2026 Beim WelEx-Fachtag 2026 „Kinderschutz und Extremismus – Strukturen stärken, Handlungssicherheit fördern“ am 19. November 2026 (10:30–16:30 Uhr, Berlin) stehen Vernetzung, fachlicher Austausch sowie praxisnahe Ansätze im Umgang mit extremismusbezogenen Fallkonstellationen im Mittelpunkt. Zum Programm
IDA e. V. sucht eine:n Geschäftsführer:in (im Tandem-Modell 2 x 50% oder alternativ in Vollzeit mit 100%). Bewerbungsfrist: 07. April 2026. Zur Ausschreibung
Die Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung OFEK e.V. sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine:n Berater:in für den Standort in NRW. Bewerbungsfrist: 26. April 2026. Zur Ausschreibung
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