wie werden aus Befunden und Lagebildern Handlungsempfehlungen und wie lassen sich daraus konkrete Konsequenzen für die Praxis ableiten? Diese Ausgabe versammelt viele Beispiele für die wichtige Arbeit der wissenschaftlichen und fachlichen Einordnung: Die neue RIAS-Publikation zu Antisemitismus in islamischen und islamistischen Kontexten wertet dokumentierte Vorfälle aus und verbindet sie mit der Analyse von Einstellungen und politischen Mobilisierungsstrategien. Der Jahresbericht der Antidiskriminierungsberatung NRW wiederum macht anhand konkreter Beratungsfälle sichtbar, wo Menschen Diskriminierung erfahren und welche strukturellen Bedarfe daraus entstehen. Beide Perspektiven zeigen: Aktuelles Lagewissen entsteht nicht abstrakt, sondern aus Beobachtung, Dokumentation und der Bereitschaft, genau hinzusehen.
Auf digitale Transformationsprozesse blicken wir in diesem Jahr mit der Landesdemokratiekonferenz, zu der wir ganz herzlich einladen. Wir wollen diesmal die stattfindenden Veränderungen für die Gesellschaft und Debattenkultur analysieren und gleichzeitig diese neuen digitalen Entwicklungen in der Präventionsarbeit aufgreifen.
Auch die Beiträge zu Wissenschaft und politischer Bildung greifen diese Frage auf. Die Europäische Kommission lässt untersuchen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse demokratische Resilienz und evidenzbasierte Politikgestaltung unterstützen können. Die Debatte um die Bundeszentrale für politische Bildung verweist zugleich auf die institutionellen Voraussetzungen dafür, dass Wissen zugänglich, unabhängig und politisch einordnungsfähig bleibt.
Besonders greifbar wird der Zusammenhang dort, wo Wissen in den Berufsalltag übersetzt werden muss. Der Rechtsleitfaden für Lehrkräfte, die Angebote zu religiöser Vielfalt und Islamismus im Schulkontext oder die Veranstaltungen zu Rassismus und Antidiskriminierung geben nicht nur Informationen weiter. Sie fragen danach, was Fachkräfte mit diesen Erkenntnissen anfangen können – und welche Handlungsspielräume daraus entstehen.
Einordnung ist damit mehr als die Beschreibung einer Lage. Sie hilft dabei, Zusammenhänge zu erkennen, Handlungsmöglichkeiten zu prüfen und Entscheidungen auf eine bessere Grundlage zu stellen.
Herzliche Grüße Das Team des Demokratiezentrums NRW
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Landesdemokratiekonferenz 2026: Präventionspraxis im digitalen Wandel
Digitale Transformationsprozesse verändern die Räume, in denen gesellschaftliche Debatten geführt und politische Meinungen gebildet werden. Präventionsarbeit muss deshalb neue digitale Entwicklungen aufgreifen, ihre Methoden weiterentwickeln und Menschen wirksam in ihren digitalen Lebenswelten erreichen. Gleichzeitig bleiben persönliche Begegnungen, verlässliche Beziehungen und starke lokale Strukturen unverzichtbar.
Die Landesdemokratiekonferenz „Präventionspraxis im digitalen Wandel“ nimmt dieses Spannungsfeld in den Blick und fragt, wie digitale und analoge Präventionsarbeit sich sinnvoll ergänzen können. Gemeinsam möchten wir am 6. November 2026 im Landtag Nordrhein-Westfalen Chancen und Herausforderungen von Präventionsarbeit im digitalen Raum diskutieren, Erfahrungen austauschen und Impulse für eine wirksame demokratische Präventionsarbeit setzen.
Anlässlich des 80-jährigen Bestehens des Landtags Nordrhein-Westfalen lädt der Landtag vom 5. bis 11. Oktober 2026 zur Woche der Demokratie ein.
Höhepunkt ist die Parlamentsnacht am Freitag, 9. Oktober 2026. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, den Landtag kennenzulernen und das Jubiläum gemeinsam zu feiern. Bei einem abwechslungsreichen Abendprogramm mit Informationen, Musik und Unterhaltung öffnet das Parlament seine Türen und bietet besondere Einblicke in den politischen Alltag.
Der Landtag freut sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher.
Die Stiftung EVZ unterstützt Organisationen aus Kunst und Kultur, die ihre Strukturen und Praxis im Umgang mit Antisemitismus nachhaltig weiterentwickeln möchten.
Für die Interessensbekundung ist noch kein fertiges Projektkonzept erforderlich. Ausgangspunkt sind der konkrete Handlungsbedarf der Organisation und die Frage, was sich nachhaltig verändern soll. Ausgewählte Organisationen entwickeln anschließend gemeinsam mit der Stiftung EVZ und fachlichen Partner:innen ein passendes Vorhaben.
Tag der Demokratiegeschichte 2027 - jetzt bewerben!
Am 18. März 2027 findet der nächste Tag der Demokratiegeschichte statt. Der Bundespräsident unterstützt den Tag der Demokratiegeschichte erneut: Hier seine Videobotschaft zur Teilnahme 2027.
Im Jahr 2027 fällt der 18. März auf einen Donnerstag. Um möglichst vielen Interessierten die Teilnahme zu erleichtern, stehen auch die drei folgenden Tage bis einschließlich Sonntag als Aktionszeitraum zur Verfügung. Positive Ereignisse und Prozesse unserer Freiheits-, Verfassungs- und Parlamentsgeschichte bilden gerade in Zeiten, in denen die freiheitliche Demokratie starken Gefährdungen ausgesetzt ist, eine wichtige Ressource. Engagement braucht Haltung und historische Vorbilder, die aufzeigen, dass jede und jeder Einzelne etwas bewirken kann.
Alle Veranstaltungen werden von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte auf einer gemeinsamen Webseite präsentiert. So entsteht eine gemeinsame Dachmarke, mit der sich jede lokale Initiative als Teil eines großen, bundesweiten Netzwerkes darstellen kann. Die Stiftung stellt Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit bereit. Bei Bedarf kann für Veranstaltungen einen Zuschuss in Höhe von bis zu 1.500 Euro beantragt werden.
Die Frist zur Anmeldung von Veranstaltungen ist der 31. Januar 2027, Förderanträge können bis zum 1. November 2026 eingereicht werden.
Die Europäische Kommission lässt derzeit untersuchen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse zur Stärkung der Demokratie in der EU und zu einer evidenzbasierten Politikgestaltung beitragen können. Kommissarin Ekaterina Zaharieva, zuständig für Start-ups, Forschung und Innovation, hat dazu die Group of Chief Scientific Advisors um wissenschaftliche Beratung gebeten.
Im Fokus stehen unter anderem Herausforderungen wie Polarisierung und Extremismus, sinkendes Vertrauen in Institutionen, Desinformation, mögliche Beeinflussung von Wahlen sowie die Rahmenbedingungen für Journalismus und Zivilgesellschaft. Die Beratung soll aufzeigen, wie Wissenschaft kritisches Denken und offene gesellschaftliche Debatten unterstützen kann und welche institutionellen Strukturen für eine stärkere Nutzung wissenschaftlicher Evidenz in politischen Entscheidungsprozessen erforderlich sind.
Die Stellungnahme befindet sich noch in Vorbereitung und soll im März 2027 vorgelegt werden und in eine geplante Empfehlung der Europäischen Kommission zur Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Politikgestaltung einfließen. Diese ist Teil des European Democracy Shield. Parallel erarbeitet der Ethics Advice Mechanism der Kommission eine ethische Beratung zu dem Thema.
Die "Überlebensfibel für Lehrkräfte" der GEW ist als Rechtsleitfaden für Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt entstanden, die sich angesichts einer veränderten politischen Landschaft Fragen zu ihren Rechten und Handlungsmöglichkeiten im Schuldienst stellen. Die Publikation umfasst eine Reihe wichtiger Informationen, die relevant für Lehrkräfte in allen Bundesländern sind. Sie will Klarheit schaffen, wo Verunsicherung durch politische Ankündigungen, Ministeriumserlasse oder dienstliche Weisungen entsteht.
Die Broschüre gliedert sich in zwei aufeinander aufbauende Teile: Teil A beantwortet in konkreten Frage-Antwort-Einheiten typische Sorgen aus dem Schulalltag – von der Meinungsfreiheit im Unterricht über die Zuständigkeit der Gesamtkonferenz bis hin zum Schutz vor politisch motivierten Sanktionen. Teil B stellt anschließend konkrete Abwehrinstrumente vor, mit denen Lehrkräfte auf rechtswidrige Eingriffe reagieren können – von der Remonstration über die Überlastungsanzeige bis zur Verfassungsbeschwerde.
Ziel ist es, Lehrkräften Handlungssicherheit zu geben: zu wissen, wo die Grenzen dienstlicher Anordnungen liegen, welche Grundrechte auch im Schuldienst fortbestehen und welche kollektiven wie individuellen Schutzmechanismen im Ernstfall zur Verfügung stehen. Diese Fibel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung, bietet aber eine erste verlässliche Orientierung – und die Gewissheit, dass Lehrkräfte auch unter politischem Druck nicht rechtlos sind.
Der Digital Democracy Day ist eine interaktive Konferenz für alle, die sich für Demokratie begeistern. Von Beteiligungssoftware bis Grundrechte – beim Digital Democracy Day dreht sich alles um die Frage, wie wir Demokratie in der digitalisierten Gesellschaft lebendig gestalten können. Am 05. November 2026 findet die Konferenz unter dem Motto “Für eine resiliente digitale Demokratie” im Silent Green im Berliner Wedding statt.
Die Zivilgesellschaft und unsere (digitale) Demokratie stehen unter Druck. Viele sind mit diversen Krisen und politischen Umbrüchen konfrontiert. Umso wichtiger, dass wir Solidarität und Zusammenhalt in den Fokus nehmen und stärken. Mit dem Digital Democracy Day schafft die Initiative Zukunft D einen Raum zur gegenseitigen Unterstützung und für gemeinsames Handeln. Drei Themen stehen im Fokus:
Track 1 Handlungsfähig bleiben: Wie bleiben wir im Kontext politischer Krisen inhaltlich und finanziell unabhängig? Track 2 Wissen weitergeben: Wie können wir freie Wissensräume teilen, schützen und stärken? Welches Wissen wird zu wenig gehört? Track 3 Stärke zeigen: Wie imaginieren wir demokratischen Zusammenhalt und neue Zukünfte? Wie zeigen wir Stärke und inspirieren uns gegenseitig?
Der Digital Democracy Day bietet kreative Diskussions- und Mitmachformate sowie viele Möglichkeiten zum Netzwerken mit Akteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Verwaltung, Bildung und Bürger*innenbeteiligung.
Der Bundesverband RIAS hat am 30. September 2026 die Publikation „Antisemitismus in islamischen und islamistischen Kontexten. Einstellungen – Vorfälle – Akteure“ veröffentlicht. Die Untersuchung wertet erstmals die von RIAS seit 2019 dokumentierten antisemitischen Vorfälle mit islamischem oder islamistischem Hintergrund aus und betrachtet zudem antisemitische Einstellungen sowie die politische Mobilisierung durch islamistische Akteure.
Überdurchschnittlich gewaltförmig und deutlicher Anstieg nach dem 7. Oktober 2023: Zwischen 2019 und 2025 dokumentierten RIAS-Meldestellen 564 entsprechende Vorfälle. 15,1 Prozent waren Bedrohungen, Angriffe oder Fälle extremer Gewalt. Knapp 80 Prozent der Vorfälle wurden seit dem 7. Oktober 2023 erfasst.
Terroristische Angriffe und Bedrohungen: Die Publikation verweist auf terroristische Anschläge sowie antisemitische Bedrohungen und Angriffe im Alltag. Als Beispiele werden die Schüsse auf die Alte Synagoge in Essen 2022 und der antisemitische Messerangriff am Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas 2025 genannt.
Islamistische Akteure suchen gesellschaftliche Anschlussfähigkeit: Untersucht wird, wie islamistische Akteure israelbezogenen Antisemitismus zur politischen Mobilisierung nutzen. Im Fokus stehen unter anderem Gruppen, die der verbotenen Organisation Hizb ut-Tahrir nahestehen, sowie die Kampagne „Nie wieder Staatsräson!“.
Antisemitismus stärker mit radikalen Haltungen verbunden nach dem 7. Oktober: Studien von PD Dr. Sarah Demmrich zeigen keinen deutlichen Anstieg antisemitischer Zustimmungswerte unter Muslim:innen nach dem 7. Oktober. Zugleich nahm der Zusammenhang zwischen Antisemitismus und radikalen Haltungen wie religiösem Fundamentalismus sowie Verständnis für Terror und Gewalt signifikant zu.
Entschlossenes Handeln von Politik und Zivilgesellschaft gefordert: Der Bundesverband RIAS fordert, Antisemitismus als Bestandteil islamistischer Mobilisierung klar zu benennen und mit rechtsstaatlichen Mitteln und Präventionsangeboten zu bekämpfen.
Islamistische Ideologien bedrohen unterschiedliche Minderheiten: Die Publikation thematisiert zudem Anfeindungen gegenüber Kurd:innen und Gemeinsamkeiten antisemitischer und antikurdischer Feindbilder, darunter die Ablehnung von Pluralismus, kollektive Schuldzuschreibungen und die Legitimation von Gewalt.
Das Netzwerk gegen Rechts im Oberbergischen Kreis veranstaltet eine Lesung und ein Gespräch mit Max Czollek zu seinem Roman „Zweifelssohn“. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 13. Oktober 2026 um 19 Uhr in der Neuen Bibliothek Gummersbach (Kaiserstraße 35, 51643 Gummersbach) statt.
Bekannt für Bücher wie „Desintegriert euch!“ (2018), „Versöhnungstheater“ (2023) sowie „Alles auf Anfang“ (2025) veröffentlich Max Czollek mit „Zweifelssohn“ am 15. August 2026 seinen ersten Roman. Der Protagonist Zweifelssohn – wie der jüdische Aufklärer Mendelssohn, aber mit Zweifeln – reist von Wien über verschiedene deutsche Städte bis nach Rügen und ist dabei immer auch auf der Flucht vor einer Welt, die der eigenen Gewalt nicht mehr entkommen kann. »Zweifelssohn« ist der poetische, witzige und verzweifelt optimistische Debütroman von Max Czollek.
Am 25. September 2026 hat der Deutsche Bundestag in einer rund halbstündigen Aussprache über die rechtliche Absicherung und Stärkung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) debattiert.
Anlass war ein Gesetzentwurf der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (Drucksache 21/8074). Ziel des Entwurfs ist es, die Arbeit der bpb auf eine feste gesetzliche Grundlage zu stellen. In der Debatte wurde unter anderem die Bedeutung der bpb für die politische Bildung und die Stärkung einer wehrhaften Demokratie hervorgehoben. Dabei ging es auch um den wachsenden Druck auf demokratische Institutionen, Desinformationskampagnen und das Erstarken extremistischer Kräfte.
Im Anschluss an die Plenaraussprache wurde der Gesetzentwurf zur federführenden Beratung an den Innenausschuss überwiesen.
Die Debatte zur Bundeszentrale für politische Bildung wurde auf phoenix parlament / phoenix am 25.09.2026 ausgestrahlt. Das Video ist bis 25.09.2028 verfügbar.
Die vhs Ennepe-Ruhr-Süd lädt am Dienstag, 6. Oktober 2026 von 18:30 bis 20:00 Uhr zur Veranstaltung „Scrollen in die Radikalisierung?“ ein. Im Mittelpunkt stehen extremistische Online-Welten und die Frage, welchen Einfluss sie auf Jugendliche haben können.
Veranstaltungsort ist das Bürgerzentrum Gevelsberg, Hörsaal, Mittelstr. 86–88, 58285 Gevelsberg.
Die kostenfreie Veranstaltung findet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung NRW statt.
In den Veranstaltungen werden historische Entwicklungen und unterschiedliche Erscheinungsformen des Antisemitismus beleuchtet und in ihren jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Kontext eingeordnet. Im Herbst stehen noch fünf Termine auf dem Programm: 7., 21. und 28. Oktober, 18. November sowie 2. Dezember 2026. Die Veranstaltungen finden online statt und bieten Interessierten die Möglichkeit, sich ortsunabhängig mit der Geschichte des Antisemitismus auseinanderzusetzen.
Im Rahmen der Reihe #EngagiertGeforscht lädt am 08. Oktober 2026, 15:00–16:30 Uhr die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) gemeinsam mit dem Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) zu einem Webinar über organisierte Zivilgesellschaft und rechte Interventionen ein. Das Webinar richtet sich insbesondere an Menschen aus der Engagementpraxis, die wissenschaftliche Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Engagement und Ehrenamt nutzen möchten.
Zivilgesellschaftliche Organisationen sind wichtige Orte demokratischer Teilhabe. Gleichzeitig sehen sie sich zunehmend mit rechten Akteuren und antidemokratischen Positionen konfrontiert. Im Webinar stellen Christin Jänicke und Dr. Jonas Gunzelmann vom Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung am WZB Ergebnisse eines Forschungsprojekts vor, in dem Praxis-Handreichungen zum Umgang mit rechten Interventionen untersucht wurden.
Dabei geht es unter anderem darum, wie rechte Aktivitäten in zivilgesellschaftliche Räume hineinwirken, wie Organisationen darauf reagieren und welche Bewältigungsstrategien ihre Widerstandskraft stärken können. Im Anschluss an die Ergebnisvorstellung besteht Gelegenheit für Fragen, Diskussion und fachlichen Austausch.
Im Mittelpunkt stehen das Fotoprojekt „Humans of the Holocaust“ des israelischen Fotografen Erez Kaganoviz sowie die dazu entwickelten Bildungsmaterialien. Neben der Vorstellung des Projekts und der Materialien sind eine Führung durch die Synagoge und ein Gesprächsformat mit Simone Pelikan, Tochter eines Holocaust-Überlebenden, vorgesehen.
Die Anmeldung ist bis zum 8. Oktober 2026 unter Angabe von Name und Schule per E-Mail an ki-bildung@stadt-muenster.de möglich. Für den Zutritt ist ein gültiges Ausweisdokument erforderlich. Alle teilnehmenden Schulen erhalten die vorgestellten Bildungsmaterialien kostenfrei.
Am 13. Oktober 2026 von 14:00 bis 16:30 Uhr findet das dritte Online-Modul der Reihe Re_Struct zum Thema „Rassismus in der Gesundheitsversorgung – Forschungsstand, Befunde und Handlungsempfehlungen“ statt. Es wird von zwei wissenschaftlichen Fachexpert*innen mit Anbindungen an die Charité Berlin, die Alice Salomon Hochschule Berlin und die Universität Witten/Herdecke gestaltet.
Im Mittelpunkt stehen rassismuskritische Organisationsentwicklung und die Zusammenhänge von Rassismus(kritik) und Gesundheit. Das Modul bietet einen wissenschaftlich fundierten und zugleich praxisnahen Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse sowie in Handlungsmöglichkeiten für Organisationen im Gesundheitswesen. Neben fachlichen Inputs werden Praxisbeispiele und konkrete Handlungsspielräume vorgestellt.
Das Angebot richtet sich insbesondere an Fachkräfte im Gesundheitsbereich sowie an weitere Interessierte und Engagierte, die ihr Wissen zu Rassismuskritik und Gesundheitsversorgung vertiefen und Impulse für die eigene Praxis gewinnen möchten. Angesprochen sind sowohl weiß positionierte Menschen als auch BIPoC*, Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, Migrant*innen und weitere von Rassismus betroffene Personen.
Vorausgesetzt werden Basiswissen zu Rassismus(-kritik) sowie die Bereitschaft, sich mit der eigenen gesellschaftlichen Position auseinanderzusetzen. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist bis zum 06. Oktober 2026, 9 Uhr möglich.
Die Teilnahme ist unabhängig von der Teilnahme an weiteren Modulen. Weitere Informationen und Anmeldung erfolgen über Re_Struct. Bei Fragen ist das Projekt unter re_struct@ida-nrw.de erreichbar.
Online-Seminar: Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten
Am 14. Oktober 2026 findet von 11 bis 12 Uhr im Rahmen der InnoLab-Online-Seminarreihe das Online-Seminar „Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten als Grundlage für inklusive Organisationen“ statt. Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeitende und Führungskräfte aus kommunalen Verwaltungen, Fachämtern und Personalabteilungen und wird über BigBlueButton durchgeführt.
Im Seminar geht es darum, wie differenzierte und intersektionale Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten dazu beitragen können, Ungleichheiten sichtbar zu machen, Bedarfe zu erkennen und Maßnahmen für eine diskriminierungssensible Organisationsentwicklung gezielt weiterzuentwickeln. Referentin ist Deniz Yildirim-Caliman, Co-Gründerin und Wissenschaftliche Leitung des Zentrum für Data-driven Empowerment, Leadership und Advocacy (zedela) gUG. Anhand von Praxisbeispielen vermittelt sie, wie Datenerhebungen gestaltet werden können und welche Aspekte wie Datenschutz und Freiwilligkeit dabei zu berücksichtigen sind.
Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie der direkte Link zur Anmeldung sind über die Ankündigung der Koordinierungsstelle InnoLab Vielfalt verfügbar. Der Einwahllink wird den Teilnehmenden im Vorfeld des Seminars zugesandt.
Die Seminarreihe ist Teil des InnoLab Vielfalt, einem Lern- und Experimentierraum zur Weiterentwicklung vielfältiger und diskriminierungssensibler kommunaler Strukturen. Das InnoLab Vielfalt ist ein Projekt im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ und im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. (kompetenzz) angesiedelt.
Fachtag zu Perspektiven auf antimuslimischen Rassismus
Am 15. Oktober 2026 von 14:00 bis 16:30 Uhr laden das Wissensnetzwerk Rassismusforschung (WinRa) und CLAIM zur Veranstaltung „Perspektiven auf antimuslimischen Rassismus in Deutschland – Lagewissen & Forschung“ in das DeZIM-Institut in Berlin ein. Angesichts zunehmenden antimuslimischen Rassismus und der gleichzeitigen Delegitimierung seiner Auseinandersetzung soll die Veranstaltung Raum für Austausch, wissenschaftliche Einordnung und gemeinsame Perspektiven schaffen.
Im Mittelpunkt stehen das jährliche Lagebild zu antimuslimischem Rassismus von CLAIM, der aktuelle Stand der Forschung in Deutschland sowie bestehende Forschungslücken und zukünftige Bedarfe. Darüber hinaus geht es um die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse nachhaltig in Prävention, Schutz, Verwaltungshandeln und Politik übertragen werden können und wie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Praxis sowie Politik und Verwaltung gestärkt werden kann.
Mit Inputs von CLAIM und Prof. Dr. Meltem Kulaçatan sowie einer moderierten Paneldiskussion mit Özcan Karadeniz bietet die Veranstaltung Gelegenheit, aktuelles Lagewissen und wissenschaftliche Perspektiven zusammenzuführen.
Drei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 – ein Austausch
Am 15. Oktober 2026 um 17 Uhr findet in Bonn ein Gesprächsformat unter dem Titel „3 Jahre nach dem 7. Oktober 2023 – ein Austausch“ statt. Veranstaltet wird das Online-Gespräch von RIAS NRW. Gemeinsam mit der Johanniter-Hilfsgemeinschaft Bonn JHG Bonn, dem Jüdischen Studierendenverband NRW e.V., der Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) AG Bonn und Kadosh e.V. wird ein Raum für offenen Austausch über die Erfahrungen und Auswirkungen des 7. Oktober 2023 geschaffen.
Drei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 begleiten viele Menschen weiterhin Fragen, Erinnerungen und persönliche Erfahrungen. Im Mittelpunkt des Abends steht daher die Frage, wie sich das eigene Leben seitdem verändert hat, wie Antisemitismus seit dem 7. Oktober erlebt wird und wie wir als Gemeinschaft damit umgehen können. Gemeinsam mit Jörg Rensmann, Projektleiter von RIAS NRW, soll der Abend Raum zum Zuhören, zum Teilen persönlicher Erfahrungen und zur gemeinsamen Reflexion bieten. Unterschiedliche Perspektiven sollen dabei ihren Platz finden.
Die Teilnahme ist nach vorheriger Anmeldung möglich.
Mit Sensibilität und Klarheit: Religiöser Vielfalt, Polarisierung und Islamismus im Schulkontext begegnen
Der Wunsch nach Gebetsräumen, der Umgang mit Ramadan, Konflikte zwischen Religionsgemeinschaften, menschen- sowie demokratiefeindliche Aussagen – all dies sind Fragen und Situationen, mit denen Schulen zunehmend konfrontiert sind. Religiöse und kulturelle Vielfalt bereichern unsere Gesellschaft, unser Zusammenleben und unsere Schulen. Im schulischen Alltag bringen sie dennoch Unsicherheiten und Herausforderungen mit sich. Es entsteht ein Handlungsbedarf, der zugleich gesellschaftlich und medial emotional aufgeladen diskutiert wird. Für Lehrkräfte stellt sich dabei oft die Frage: Wo sind Offenheit und Kompromissbereitschaft gefragt – und wo eine klare Grenze? Was ist Ausdruck gelebter Religiosität – und wo beginnen religiös begründeter Extremismus oder demokratiefeindliche Ideologien?
Die Fachtagung von RE/init e.V. und Wegweiser Vest am 17. November 2026 (10 – 15 Uhr) in Recklinghausen greift diese Herausforderungen auf und geht der Frage nach: Wie können pädagogische Fachkräfte in einer pluralen Gesellschaft religiöse Freiheit achten, Konflikte professionell bearbeiten und zugleich islamistische beziehungsweise demokratiefeindliche Ideologien erkennen, ohne zu pauschalisieren? Ziel ist es, Handlungssicherheit zu stärken und Impulse für einen Schulalltag zu geben, in dem religiöse Vielfalt respektiert, demokratische Werte gestärkt und Radikalisierung wirksam vorgebeugt werden kann. Zielgruppe: Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter: innen, Sozialpädagog: innen, Schulleitungen sowie alle Interessierten.
Fachgespräch zum Jahresbericht 2025 der Antidiskriminierungsberatung NRW
Am 3. November 2026 von 9:30 bis 12:00 Uhr lädt das Netzwerk ada.nrw zum digitalen Fachgespräch zur Vorstellung des Jahresberichts 2025 der Antidiskriminierungsberatung NRW ein. Der Bericht wertet die bei den über 40 ADA-Beratungsstellen in NRW eingegangenen Diskriminierungsfälle aus und macht aktuelle Herausforderungen, Handlungsempfehlungen und Bedarfe in der Antidiskriminierungsarbeit sichtbar. Im Rahmen des Fachgesprächs werden die zentralen Ergebnisse vorgestellt und Perspektiven aus der Beratungspraxis zu den Themen Antidiskriminierungsberatung im Arbeitsbereich sowie Kooperationen gegen Antiziganismus und Antiromaismus diskutiert.
Darüber hinaus geht es um die zukünftige Arbeit von ada.nrw im Kontext des neuen Landesantidiskriminierungsgesetzes. Eingeladen sind unter anderem das Netzwerk ada.nrw, Integrationsagenturen, Meldestellen, Fachstellen und Kooperationspartnerinnen sowie Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung und weitere fachlich Interessierte. Die Veranstaltung findet online via Zoom statt. Eine Anmeldung ist bis zum 13. Oktober 2026 über folgenden Link möglich: https://forms.cloud.microsoft/e/khVrNJmquh
Expert*innengespräche der Partnerschaft für Demokratie Köln
Die Partnerschaft für Demokratie Köln bietet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Schutz für die Zivilgesellschaft. Konzepte gegen demokratiefeindliche Angriffe“ Expert*innengespräche zu unterschiedlichen Aspekten des Schutzes zivilgesellschaftlicher Organisationen an. Die Gespräche vermitteln praxisnahes Wissen und bieten die Möglichkeit, eigene Fragen an Expert*innen zu stellen. Die Termine können einzeln oder in Kombination besucht werden.
10. November 2026 | 11:00–12:30 Uhr | Online Gegenrechtsschutz (Gesellschaft für Freiheitsrechte) – Juristische Angriffe Rechtsanwalt Jannik Jaschinski informiert über mögliche juristische Angriffe auf zivilgesellschaftliche Organisationen und den Umgang damit. Im Mittelpunkt stehen unter anderem das Neutralitätsgebot, Abmahnungen, Gemeinnützigkeit und Fördermittel.
17. November 2026 | 10–12 Uhr | Vor Ort Austausch mit der Polizei Köln Im Gespräch mit Vertreter\*innen der Polizei Köln geht es um Möglichkeiten und Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit zum Schutz von Veranstaltungen, Gebäuden und gefährdeten Personen. Auch bestehende Unsicherheiten und offene Fragen zur Kooperation sollen thematisiert werden.
10. Dezember 2026 | 12–14 Uhr | Vor Ort Mobile Beratung gegen Rechts Köln – Extrem rechte Akteur\*innen in Köln Zwei Mitarbeiter_innen der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln geben einen Überblick über extrem rechte Akteur_innen und Aktivitäten in Köln und Umgebung und teilen Erfahrungen aus ihrer Analyse- und Monitoringarbeit.
Anmeldung: Interessierte können sich per E-Mail an kontakt@demokratieleben-koeln.de für einzelne oder mehrere Gespräche anmelden.
Multiplikator:innen-Schulung: Kritisch männlich* – Feminismus ist für alle da
Das Netzwerk gegen Rechts im Oberbergischen Kreis lädt gemeinsam mit Detox Identity zu einer dreiteiligen Multiplikator*innen-Schulung zum kritischen Umgang mit Männlichkeiten*, Antifeminismus, Queerfeindlichkeit und Rassismus in der Jugendbildung ein.
In drei Workshops werden unterschiedliche Perspektiven und praxisnahe Methoden vermittelt:
17. November 2026: „(Anti-)Feministen von morgen?!“ – Umgang mit Sexismus und Queerfeindlichkeit 17. Februar 2027: „Tiktoksische Männlichkeit“ – Medien- und Genderkompetenz in der Bildungsarbeit 11. März 2027: „Migränntlichkeit“ – eine intersektionale Perspektive für die Jugendbildung
Im Mittelpunkt stehen die Reflexion von Männlichkeitsbildern, der Umgang mit antifeministischen und rechtsextremen Narrativen sowie die Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten für eine geschlechterreflektierte, rassismussensible und antisexistische Bildungsarbeit.
Die Teilnahme an einzelnen oder an allen drei Workshops ist möglich. Die Veranstaltungen finden jeweils von 10:00 bis 16:30 Uhr in Marienheide statt; der genaue Veranstaltungsort wird nach der Anmeldung bekannt gegeben.
Diversität unter Druck – Fachtag zu Handlungsstrategien
Am 20. November 2026 von 10 bis 16:30 Uhr laden der Runde Tisch Diversität NRW und der Kulturrat NRW zum Fachtag „Diversität unter Druck“ nach Köln ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kultureinrichtungen und Kommunen angesichts zunehmender populistischer und rechtsextremistischer Einflussnahme die Förderung und den Schutz von Vielfalt stärken können.
In einem informativen Teil mit Inputs und einem interaktiven Teil mit Thementischen werden proaktive und defensive Handlungsstrategien vorgestellt, gemeinsam weiterentwickelt und auf die Praxis übertragen. Dabei geht es unter anderem um die Einordnung der aktuellen Situation im Themenfeld Diversität, den Wissenstransfer zu wirkungsvollen Ansätzen sowie die Stärkung der Resilienz gegen antidemokratische Einflussnahme und gesellschaftliche Spaltungstendenzen. Der Fachtag bietet zudem Raum für solidarische Vernetzung.
Eingeladen sind insbesondere Mitglieder des Runden Tischs Diversität NRW und des Kulturrats NRW, Vertreter*innen von Kommunen sowie Kooperationspartner*innen. Die Teilnehmer*innenzahl ist auf 70 Personen begrenzt. Veranstaltungsort ist das Konferenzzentrum der RheinEnergie (Parkgürtel 24, 50823 Köln).